Mitgliederservice & Veranstaltungsmanagement

Stephanie Schubert
Stephanie Schubert
Leiterin Mitgliederservice & Veranstaltungsmanagement | Fachreferentin Tourismus
Sonja Miller
Sonja Miller
Leiterin Unternehmenskooperationen | Vernetzungsstelle EUROPARC Federation
Wir sind davon überzeugt, dass unsere Mitglieder das Rückgrat unseres Verbandes sind. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der das gemeinschaftliche, kompetente und überzeugende Handeln sowie die gegenseitige Wissensvermittlung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen als „Team Nationale Naturlandschaften“ von innen wirkend wesentlich zum dauerhaften Erfolg der Nationalen Naturlandschaften und zur Gestaltung einer lebenswerten Zukunft beitragen. Als Dachverband sind wir bestrebt, einen bestmöglichen Austausch zwischen unseren Mitgliedern zu ermöglichen. Zu diesem Zweck unterstützen wir die Organisation zahlreicher Veranstaltungen, unterhalten für unsere Arbeitsgruppen digitale Dokumentationsportale, pflegen Kontaktdatenbanken und bereiten Verbandsinformationen regelmäßig in anschaulichen Mailings auf. In unserer Rolle als deutsche Sektion der EUROPARC Federation vertreten wir unsere Mitglieder auch über nationale Grenzen hinaus und unterstützen den Ausbau der europäischen und internationalen Zusammenarbeit.

Unser Service für die Mitgliedschaft

Stephanie Schubert
Stephanie Schubert
Mit der Stärkung unseres Services für die Mitgliedschaft ab 2020 wollen wir intensiver auf die Wünsche und Anregungen unserer Mitglieder eingehen und unseren Service kontinuierlich ausbauen. Unsere Aufgabe ist es, unseren Mitgliedern einen bestmöglichen Austausch zu ermöglichen und ihnen regelmäßig relevante Verbandsinformationen zukommen zu lassen.
Neuer Bereich Die Einführung der neuen Beitragsordnung zum Jahr 2020 hat dazu beigetragen, dass der Mitgliederservice des Verbandes gestärkt und ausgebaut werden konnte. Der neu geschaffene Bereich „Mitgliederservice & Veranstaltungsmanagement“ bündelt verschiedene Aufgaben, die zuvor zum Teil von den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle neben der Umsetzung von Projekten bewerkstelligt wurden. Wir verstehen uns als „Team Nationale Naturlandschaften“. Gemeinsam mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden der Nationalen Naturlandschaften streben wir eine engere Zusammenarbeit an und fördern den gegenseitigen Wissenstransfer. Um die Kommunikation besser zu gestalten, haben wir dafür die neue E-Mail-Adresse team@nationale-naturlandschaften.de eingerichtet. Über diese Adresse werden die Verbandsinformationen und Anliegen aus der Mitgliedschaft regelmäßig in anschaulichen Mailings aufbereitet und versendet. Gestärkter Austausch Zum Jahresbeginn haben wir allen Arbeitsgruppen ein digitales Dokumentationsportal mit einem passwortgeschützten Zugang zur Verfügung gestellt. Diese arbeitsgruppenspezifischen Portale dienen dazu, relevante Dokumente und Präsentationen allen Mitgliedern der betreffenden Arbeitsgruppe zugänglich zu machen. Die Unterstützung, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen für unsere Mitglieder ist ebenfalls ein erweiterter Service des Dachverbandes, der insbesondere im Corona-Jahr durch die Bereitstellung von digitalen Austauschformaten eine essenzielle Bedeutung gewonnen hat. Als deutsche Sektion der EUROPARC Federation vertreten wir unsere Mitglieder über nationale Grenzen hinaus und bringen uns aktiv in die Gestaltung von Prozessen und den europäischen Erfahrungsaustausch im Sinne unserer Mitglieder ein. Diesbezügliche Aktivitäten werden detaillierter im Bericht zur EUROPARC Federation ausgeführt. Unterstützung der Breitenwirkung der Nationalen Naturlandschaften Wir sehen unsere Mitglieder als Rückgrat unseres Verbandes an, daher möchten wir künftig auch die bundesweite Öffentlichkeitsarbeit für die Nationalen Naturlandschaften stärken. Wir möchten darüber die Bekanntheit und Wertschätzung der Nationalen Naturlandschaften in der Gesellschaft und Politik erhöhen. Dies erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Bereich „Öffentlichkeitsarbeit & Politikberatung“. In diesem Rahmen möchten wir auch regelmäßig die wichtigsten Jubiläen unserer Mitglieder würdigen und über die Kanäle der Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes kommunizieren. Wie geht es 2021 weiter? Wir werden unseren Service auf Verbandsebene weiter ausbauen und an die Bedürfnisse unserer Mitglieder anpassen. Dazu planen wir einen internen Mitgliederbereich auf der Webseite von Nationale Naturlandschaften e. V., über den sich unsere Mitglieder kontinuierlich über aktuelle Verbandsthemen und geplante Veranstaltungen informieren können. Höhepunkt wird die Durchführung der gemeinsamen Jahrestagung mit dem Verband Deutscher Naturparke e. V. im November 2021 im Naturpark Lüneburger Heide sein.

Zusammenarbeit mit der EUROPARC Federation

Sonja Miller
Sonja Miller
Die Natur kennt keinen Grenzen. Die EUROPARC Federation vernetzt als Dachverband die europäischen Großschutzgebiete und fördert die internationale Zusammenarbeit auf verschiedenen Ebenen. Nationale Naturlandschaften e. V. unterstützt als deutsche Sektion die Arbeit der EUROPARC Federation und bringt sich aktiv in die Gestaltung von Prozessen und den europäischen Erfahrungsaustausch ein.
Stärkere Zusammenarbeit Auf Wunsch unserer Mitgliedschaft haben wir die Zusammenarbeit und den Informationsaustausch mit der EUROPARC Federation im Jahr 2020 weiter intensiviert und ausgebaut. In beiden Verbänden gibt es nun feste Ansprechpersonen, die regelmäßig die gemeinsamen Aktivitäten planen und abstimmen. Strategieprozess der EUROPARC Federation Im Jahr 2020 diskutierten Vertreter:innen der EUROPARC Federation und der Sektionen auf mehreren Online-Workshops die künftige europaweite Strategie. Diese soll ab 2022 die Arbeit der Großschutzgebiete in Europa noch effektiver unterstützen. Da die Strategie von den europäischen Großschutzgebieten gleichermaßen mitentwickelt und mitgetragen werden soll, haben wir als Dachverband im Frühjahr 2020 unsere Mitgliedschaft nach ihren konkreten Erwartungen an die Zusammenarbeit mit der EUROPARC Federation befragt. Die Auswertung der Befragung zeigte, wie wichtig unseren Mitgliedern die internationale Vernetzung mit der EUROPARC Federation und die Wahrnehmung der Vertretung durch Nationale Naturlandschaften e. V. ist. Darüber hinaus haben unsere Mitglieder die Bedeutung der EUROPARC Federation als gemeinsame Stimme der europäischen Großschutzgebiete hervorgehoben, die deren Interessen gegenüber Politik und Öffentlichkeit auf europäischer Ebene stark vertreten kann. EUROPARC Conference 2020 Auch 2020 lud die EUROPARC Federation zur alljährlichen EUROPARC Conference ein. Die Veranstaltung sollte ursprünglich im Nationalpark Neusiedler See in Österreich stattfinden, wurde aber aufgrund der Corona-Pandemie digital durchgeführt. Unter dem Motto „Our new Future – How ready are we?” wurde die zukünftige Umsetzung der Biodiversitätsstrategie 2030 diskutiert. Das digitale Format fand großen Anklang unter den europäischen Mitgliedern – 210 Teilnehmende aus 24 Ländern, darunter auch einige deutsche Schutzgebiete – beteiligten sich an der digitalen Ausgabe der EUROPARC Conference. Auch wir nutzten die weitreichende Plattform, um über aktuelle Aktivitäten und Projekte der Geschäftsstelle zu berichten – so erfuhr unser neues Projekt „Voluntourismus in den Nationalen Naturlandschaften“ aufgrund seiner Vorreiterrolle und Modellhaftigkeit großen Zuspruch unter Europas Schutzgebieten. Wie geht es 2021 weiter? Im Jahr 2021 werden wir den angestoßenen Prozess der stärkeren internationalen Vernetzung und Kooperation voller Elan fortführen. Arbeitsbereiche, Aktivitäten und Projekte wollen wir gemeinsam mit der EUROPARC Federation zukünftig noch stärker aufeinander ausrichten – zum Nutzen aller Schutzgebiete in Europa. Die EUROPARC Conference 2021 soll – sofern die Umstände es ermöglichen – vom 4. bis 8. Oktober 2021 unter dem Motto „Tribute to our Landscape – Where Nature and People meet in Harmony“ in Leeuwarden in den Niederlanden stattfinden.

Jubiläen unserer Mitglieder

Stephanie Schubert
Stephanie Schubert
Viele der Nationalen Naturlandschaften können mittlerweile auf eine langjährige Entwicklung zurückblicken. Vom Wattenmeer an der Nordseeküste über ausgedehnte alte Buchenwälder und klare Seen im Tiefland und Mittelgebirge, vom Alpenvorland bis hin zum Hochgebirge schützen und erhalten unsere „Schatzkammern der Natur“ die biologische Vielfalt, laden zum Erleben und Erholen ein, sorgen für eine nachhaltige und naturverträgliche Regionalentwicklung in den Regionen. Wir möchten an dieser Stelle die wichtigsten Jubiläen unserer Mitglieder noch einmal würdigen.
Jubiläen 2020 Viele Nationale Naturlandschaften begingen 2020 ein besonderes Jubiläum:
  • 50 Jahre Nationalpark Bayerischer Wald
  • 30 Jahre Nationalparkprogramm mit den Gründungsjubiläen von 5 Nationalparken, 6 Biosphärenreservaten und 3 Naturparken in der ehemaligen DDR
  • 30 Jahre Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer
  • 30 Jahre Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen
  • 30 Jahre Biosphärenregion Berchtesgadener Land
  • 20 Jahre Biosphärenreservat Schaalsee
Der Nationalpark Bayerischer Wald wurde 1970 gegründet und ist damit der älteste Nationalpark Deutschlands. Seit dieser Zeit wird die Natur schrittweise sich selbst überlassen und bringt eine erstaunlich reiche und vitale Vielfalt hervor. Zusammen mit dem angrenzenden Nationalpark auf der tschechischen Seite bildet er das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas. Der Nationalpark Bayerischer Wald hat als Vorreiter für die anderen Schutzgebiete in Deutschland eine beeindruckende Naturschutzpraxis vorgelebt, die aus heutiger Sicht zum Teil diskutierbar ist, die damals ihrer Zeit weit voraus war. Er beflügelte in der Zeit der deutschen Wiedervereinigung auch die Gründung der Nationalparke in der ehemaligen DDR. Die Erfahrungen des Personals im Bayerischen Wald waren für die anderen Nationalparke in deren Anfangszeit äußerst hilfreich. Mit dem Nationalparkprogramm gelang etwas ganz Besonderes: Vor 30 Jahren wurden als eine der letzten Amtshandlungen der DDR-Regierung in Ostdeutschland 14 Großschutzgebiete ausgewiesen, die auch gern als „Tafelsilber der Deutschen Einheit“ bezeichnet werden. Die Idee dahinter war, auf einem großen Teil der Landesfläche nicht nur Nationalparke, sondern vor allem auch Biosphärenreservate und Naturparke einzurichten – damals eine Pionierleistung, die nicht ohne Folgen blieb. In den folgenden Jahren gelang es, 13 weitere Naturparke, die im Einheitsvertrag zunächst nur einstweilig gesichert waren, dauerhaft unter Schutz zu stellen. Das Nationalparkprogramm und die Unterschutzstellung von Natur und Landschaft führten auch insgesamt zu einer höheren Wertschätzung der Natur. Im Folgenden möchten wir die fünf „Jubilare“ aus den Reihen der Nationalparke kurz vorstellen.
  • Nationalpark Harz: Der sogenannte Hochharz in Sachsen-Anhalt wurde 1990 als Nationalpark gesichert. Seit 2006 bildet er mit dem niedersächsischen Teilgebiet den länderübergreifenden Nationalpark Harz und schützt auf fast 25.000 Hektar Fläche eine einzigartige Mittelgebirgs- und Waldlandschaft mit zahlreichen seltenen Tier- und Pflanzenarten.
  • Nationalpark Sächsische Schweiz: Der einzige Felsen-Nationalpark in Deutschland besteht aus zwei Teilflächen, die zusammen 9.300 Hektar umfassen. Entstanden sind die Sandsteinformationen durch die Erosionskraft der Elbe, die sich am Fuße der Gebirgslandschaft entlangschlängelt. In dieser Landschaft scheint die Natur „Kopf zu stehen“, denn auf den schwindelerregenden Felsen ist es im Sommer trocken und heiß, in den tiefen Schluchten hingegen feucht und kühl.
  • Müritz-Nationalpark: Östlich der Müritz – dem zweitgrößten Binnengewässer in Deutschland – gelegen, dient er dem Schutz der artenreichen mecklenburgischen Wald- und Seenlandschaft. Mit einer Fläche von über 32.000 Hektar ist er der größte Waldnationalpark Deutschlands. Unzählige Moore und Seen unterbrechen das überwiegend bewaldete Gebiet. Daher wird es auch „Land der tausend Seen“ genannt.
  • Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft: Der drittgrößte Nationalpark Deutschlands umfasst 78.600 Hektar und reicht vom Darß bis zur Halbinsel Bug auf Rügen. Ostsee und Boddengewässer machen über 80 % des Nationalparks aus. Die Boddengewässer, die Lagunen der Ostsee, sind Markenzeichen des Nationalparks. Umrahmt von Schilfgürteln sind die flachen Küstengewässer bei Wasservögeln ein beliebter Rastplatz. Durch zeitweise Überflutung und Beweidung bildeten sich Salzgraswiesen mit ihrer ganz eigenen, an den Salzgehalt der Ostsee angepassten Vegetation. Aber auch sonst bietet der Nationalpark eine große Vielfalt an Lebensräumen: Dünen, Magerrasen, Heideflächen und Wälder wechseln sich ab.
  • Nationalpark Jasmund: Deutschlands kleinster Nationalpark liegt an der Ostküste Rügens. Er hat eine Größe von 3.100 Hektar (davon 2.400 ha Land- und 700 ha Wasserflächen). Der Königsstuhl ist der wohl bekannteste Kreidefelsen und mit fast 120 Metern die höchste Stelle im Nationalpark. Eiszeitliche Gletscher formten die Gestalt der Landschaft. 70 Millionen Jahre Erdgeschichte lassen sich in der Geologie des Gesteins ablesen.
30 Jahre Nationalparkprogramm begingen 2020 auch die folgenden sechs Biosphärenreservate:
  • Biosphärenreservat Südost-Rügen: Es hat eine Größe von 22.800 Hektar. In der zerklüfteten Küstenlandschaft zeigt sich die enge Verzahnung von Land und Meer. Aber auch der Mensch hat hier in den vergangenen Jahrtausenden deutliche Spuren in der Landschaft hinterlassen. Davon zeugen die Hutewälder, Heiden, Trockenrasen sowie Salz- und Feuchtwiesen mit ihrer großen Artenvielfalt.
  • Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin: Es ist mit einer Fläche von um die 130.000 Hektar eines der größten Schutzgebiete Deutschlands. Das Gebiet ist nicht nur groß, sondern auch vielfältig: Es enthält Anteile des Oderbruchs, hügelige Offenlandschaften, die komplette glaziale Serie mit Grund- und Endmoränen, Sandern und Urstromtälern, Wälder und Moore sowie zahlreiche Seen. Im Biosphärenreservat liegen aber auch zahlreiche kleine Ortschaften, die von der langen Nutzungsgeschichte zeugen.
  • Biosphärenreservat Spreewald: Der weiter südlich gelegene Spreewald bedeutet auf Niedersorbisch „Sumpf“. Und das sagt schon Einiges über die Landschaft aus. Es ist ein Niederungsgebiet mit ausgedehnten Auen und Mooren und durchzogen von einem etwa 1.500 Kilometer langen Netz aus Fließgewässern. Charakteristisch für den Spreewald sind dabei die künstlich angelegten Kanäle, die auch heute noch als Transportwege genutzt werden. Das Biosphärenreservat umfasst eine Fläche von 47.500 Hektar.
  • Biosphärenreservat Mittelelbe: Es liegt in Sachsen-Anhalt und ist Teil des fünf Bundesländer übergreifenden UNESCO-Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe, das auf mehr als 280.000 Hektar eine der letzten naturnahen Flusslandschaften Mitteleuropas repräsentiert. Bereits 1979 wurde der „Steckby-Lödderitzer Forst“ als eines von zwei Biosphärenreservaten in der DDR von der UNESCO ausgewiesen und 1988 um weitere Flächen bei Dessau und Wörlitz erweitert. Im Zuge des Nationalparkprogramms wurden 1990 weitere Flächen einbezogen. Das neue Biosphärenreservat „Mittlere Elbe“ wurde 2006 in „Mittelelbe“ umbenannt. Charakteristisch für einen großen Fluss oder Strom ist der Wechsel zwischen zeitweiser Überstauung bei Hochwasser und Austrocknen bei Niedrigwasser. Hier überleben nur Arten, die in der Lage sind, den rauen Bedingungen zu trotzen. Jenseits der Ufer gedeiht der größte zusammenhängende Hartholzauenwald Mitteleuropas.
  • Biosphärenreservat Rhön: Es umfasst eine Fläche von 243.300 Hektar. Als „Land der offenen Fernen“ erstreckt sich die weite Hügellandschaft im Dreiländereck Bayern, Hessen und Thüringen. Als länderübergreifendes Biosphärenreservat wurde es von der UNESCO 1991 anerkannt – zur damaligen Zeit das erste länderübergreifende Biosphärenreservat in Deutschland. Der thüringische Teil der Rhön wurde als Biosphärenreservat schon ein Jahr zuvor durch das Nationalparkprogramm gesichert. Die Kulturlandschaft der Rhön ist im Laufe vieler Jahrhunderte entstanden. Ackerbau, Mahd, Beweidung und Waldwirtschaft schufen eine Vielzahl an Lebensräumen für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten. Charakteristisch sind die großflächigen Streuobstwiesen, die im Unterwuchs bei entsprechender Pflege artenreiche Blütenwiesen hervorbringen.
  • Biosphärenreservat Thüringer Wald: Ein Teilgebiet des heutigen Biosphärenreservats, das Vessertal, wurde bereits 1979 unter Schutz gestellt. Seitdem hat sich seine Fläche wiederholt vergrößert, u. a. 1990 im Zuge des Nationalparkprogramms. 2016 wurde es in Biosphärenreservat Thüringer Wald umbenannt. Heute bewahrt das Biosphärenreservat auf einer Fläche von fast 33.700 Hektar einen repräsentativen Landschaftsausschnitt des Thüringer Waldes. Mit über 80 % Waldanteil ist es das älteste Waldbiosphärenreservat in Deutschland. Die Region wird aber auch geprägt durch traditionsreiche Nutzungen wie die Glasbläserei und die Forstwirtschaft.
Im Rahmen des Nationalparkprogramms wurden vor 30 Jahren auch drei Naturparke eingerichtet:
  • Naturpark Schaalsee: Das Gebiet rund um den See war viele Jahrzehnte Sperrgebiet der innerdeutschen Grenze, bevor es 1990 als Naturpark gesichert wurde. Der Schaalsee selbst ist bis zu 71 Meter tief und damit der tiefste See Norddeutschlands. Die Landschaft ist durch ein abwechslungsreiches Mosaik aus Mooren, Seen, Feldern, Weiden, Feuchtwiesen und naturnahen Buchenwäldern geprägt. Zehn Jahre später wurde es zum Biosphärenreservat Schaalsee umbenannt und feierte im Jahr 2020 sein 20-jähriges Jubiläum. Mittlerweile umfasst das Schutzgebiet 31.000 Hektar.
  • Naturpark Drömling: Auf sage und schreibe mehr als 1.700 Kilometern durchziehen Wasserläufe das Gebiet, weswegen es auch „Land der tausend Gräben“ genannt wird. Sie sind Lebensraum und Wanderweg für viele Tierarten. Aber auch aus kultur- und nutzungsgeschichtlicher Sicht sind die zu Zwecken der Moorkultivierung angelegten Grabensysteme und Kanäle interessant. Darüber hinaus prägen vor allem Wiesen und Äcker, Baumreihen und Hecken die naturnahe Kulturlandschaft. Seit 2019 ist das Gebiet als Biosphärenreservat Drömling anerkannt und umfasst 27.800 Hektar.
  • Naturpark Märkische Schweiz: Ihren Namen verdankt die Region sehr wahrscheinlich Schweizer Kunststudenten, die Anfang des 19. Jahrhunderts dort wanderten und sich an ihre Heimat erinnert fühlten. Das Auf und Ab der Landschaft ist das Ergebnis der Eiszeit. Sie formte das hügelige Höhenprofil, schuf Täler und Sölle, ließ Findlinge und Schmelzwasserrinnen zurück. Für Brandenburg sind die Höhenunterschiede einmalig. Die Vielgestaltigkeit der Landschaft ließ eine Fülle an Kleinstlebensräumen mit einem hohen Artenreichtum entstehen. Der Naturpark umfasst eine Fläche von 20.500 Hektar.
Gleich doppelten Geburtstag feierte das Wattenmeer! Vor 30 Jahren wurde der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer gegründet, um den Lebensraum der Seehunde zu schützen, die damals stark rückläufig waren. Mittlerweile haben sich die Bestände erholt und sogar die Kegelrobbe ist wieder zurück. Mit einer Fläche von knapp 13.800 Hektar ist er der kleinste der drei Wattenmeer-Nationalparke. 1990 wurde auch das Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer gegründet. Seine Fläche entsprach in etwa der des gleichnamigen, 1985 gegründeten Nationalparks. Im Jahr 2004 kamen die fünf bewohnten Halligen hinzu. Seitdem heißt das nunmehr 443.100 Hektar umfassende Gebiet Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Halligen. Ebenfalls vor 30 Jahren wurde die Biosphärenregion Berchtesgadener Land als UNESCO-Biosphärenreservat international anerkannt. Auf einer Fläche von 84.000 Hektar repräsentiert sie alle Ökosysteme der nördlichen Kalkalpen und des Voralpenlandes. Die streng geschützte Kernzone der Biosphärenregion liegt vollständig im Nationalpark Berchtesgaden mit seinen hochalpinen Regionen. Einen besonderen Fokus legt die Biosphärenregion auf die Erhaltung und Förderung der traditionellen Kulturlandschaft. Neben der Salzgewinnung war die Region v. a. durch Forst- und Almwirtschaft geprägt.