Tourismus, Regionalentwicklung, Inklusion

Gemeinsam Natur erleben und erfahren
Kerstin Emonds
Kerstin Emonds
Leiterin Tourismus, Regionalentwicklung, Inklusion
Anne Schierenberg
Anne Schierenberg
Leiterin Bürgerschaftliches Engagement
Johannes Herweg
Johannes Herweg
Fachreferent Tourismus | Müritz-Nationalpark
Stephanie Schubert
Stephanie Schubert
Leiterin Mitgliederservice & Veranstaltungsmanagement | Fachreferentin Tourismus
Therese Thümmler
Therese Thümmler
Fachreferentin Tourismus

Unsere Vision


Wir sind davon überzeugt, dass die touristischen Angebote in den Nationalen Naturlandschaften wesentlich dazu beitragen werden, dass Natur und Naturschutz eine nie dagewesene Wertschätzung erfahren. Die zahlreichen Partner der Schutzgebietsverwaltungen sowie deren regionale Produkte sind die Basis dafür. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der die Qualitätssiegel „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ und "Produkte aus den Nationalen Naturlandschaften" in Deutschland bekannte Marken sind, die für eine konsequente Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele stehen. Inklusion wird von allen Nationalen Naturlandschaften gelebt und aktiv vorangetrieben. Als Dachverband stehen wir für die Qualitätssicherung unserer bundesweiten Initiativen und Partnernetzwerke, schaffen wir Plattformen zur zentralen Bereitstellung von Informationen und Angeboten, einschließlich der Informationen zur Barrierefreiheit.

Barrierefreies Naturerleben − Impulse für ländliche Räume

Kerstin Emonds
Kerstin Emonds

So attraktiv barrierefreie Naturerlebnisangebote auch sind – wer sie besuchen möchte, braucht entsprechend barrierefreie Infrastruktur im Umfeld. Das Projekt unterstützt Nationale Naturlandschaften und ihre regionalen Netzwerkpartner im Bereich Tourismus und Regionalentwicklung. Es zielt auf die Bündelung von Einzelangeboten und basiert auf dem bundesweit einheitlichen Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“.


Anregende Videos und Leitfäden als Angebot an alle NNL

Im Dezember 2021 endete das vom  Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) geförderte dreijährige Projekt „Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulgeber für den ländlichen Raum“. Eine Verlängerung um drei Monate war aufgrund der Coronasituation bewilligt worden. So konnten wir statt der ursprünglich geplanten Fachtagung noch einen Wissensbereich auf unserer Homepage mit Erkenntnissen und Praxiserfahrungen zum Thema „Reisen für Alle“ im Kontext regionaler Vernetzung erarbeiten: www.nationale-naturlandschaften.de/reisen-fuer-alle. Die Tool-Box ist gefüllt mit vielen nützlichen Videos und Leitfäden. Wir haben der Thematik einen roten Faden gegeben und führen so Schritt für Schritt durch das gesammelte Know-how.

Praxiserfahrungen von NNL für NNL

Die projektbeteiligten Mitarbeiter*innen der vier Verwaltungsstellen Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg und Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft zogen nach drei Jahren Bilanz. Wir hatten als Projektleitung gemeinsam mit dem Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. für die Bilanzierung ‒ und damit für die Weitergabe der Praxiserfahrungen an andere ‒ Fragen formuliert: Welche Motivation hatte sie geleitet? An welche vorhandenen Punkte konnten sie anknüpfen? In welchen Schritten gingen sie vor und welche Schwierigkeiten hatten sie dabei zu bewältigen? Was wurde erreicht und was haben sie nun weiterhin noch vor? In den oben genannten Videos und im neuen Leitfaden „Einzelangebote bündeln – Inspiratioenn entwicklen – Regionale Vernetzung gestalten“ sind die Antworten aus der Praxis zu finden. Hier kurz zusammengefasst: Die Nationalen Naturlandschaften können ihre wichtige Rolle für die nachhaltige Regionalentwicklung und für die Stärkung des ländlichen Raumes nutzen. Trotz manchmal sehr knapper Ressourcen lassen sich Netzwerke in der Region für bestimmte Themen gut einbinden. Das Thema „Barrierefreiheit“ verkörpert einen wichtigen Aspekt der sozialen Nachhaltigkeit und ist deshalb nicht nur für die Tourismusbranche zukunftsrelevant. Als Qualitätsmerkmal trägt Barrierefreiheit zur Steigerung der Lebensqualität Einheimischer bei und spielt auch als Wirtschaftsfaktor eine oft unterschätzte Rolle.

Wie geht es 2022 weiter?

Im Rahmen der fachlichen Vernetzungs- und Austauschformate für Mitglieder unter dem Dach der Nationalen Naturlandschaften wollen wir im nächsten Jahr auch eine Onlineveranstaltung zum Thema „Natur für alle“ anbieten, den Wissenstransfer fördern und Bedarfe diskutieren. Das neue „Fachwissen Inklusion & Natur“ auf unserer Homepage bleibt auf unbegrenzte Zeit verfügbar und soll nach und nach durch weitere fachliche Aspekte ergänzt werden.

ECO²SCAPE – ökologische und ökonomische Perspektiven für den Erhalt von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Kulturlandschaften

Kerstin Emonds
Kerstin Emonds

Für den Erhalt von Biodiversität fehlt es in der Landwirtschaft an breiter Umsetzung geeigneter Maßnahmen. Deren Akzeptanz ließe sich unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Effizienz erhöhen. Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaft und Praxis entwickelt Ansätze dafür mit Landwirt*innen gemeinsam. Unser Anliegen als Praxispartner ist die Übertragbarkeit ökologisch-ökonomisch effizienter Maßnahmen in Biosphärenreservaten und Naturparken.


Landwirt*innen für mehr Biodiversität gewinnen

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt ECO²SCAPE – „Co-Design ökologisch und ökonomisch effizienter Politikinstrumente und Maßnahmen zur Erhaltung von Biodiversität und Ökosystemleistungen in Kulturlandschaften“ – startete im Oktober 2021 in seine zweite Phase. Vorangegangen war mit Phase 1 eine Vorstudie der fünf kooperierenden Institutionen Technische Universität Dresden, Brandenburgische Universität Cottbus-Senftenberg, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V., und Nationale Naturlandschaften e. V. Im Mittelpunkt steht das „Co-Design“, also das mit Landwirt*innen und lokalen Akteuren gemeinsame Entwickeln und Gestalten zielgenauer, praxistauglicher biodiversitätsfördernder Maßnahmen.

Eco mit Potenz(ial)

ECO² steht für die englischen Begriffe ecological und economic, SCAPE für landscape: Der Kurzname ECO²SCAPE verweist auf das Ziel, ökologische und ökonomische Perspektiven landwirtschaftlicher Praxis für den Erhalt der biologischen Vielfalt zusammenzubringen und dabei die Landschaft mit ihren Ökosystemen als Ganzes in den Blick zu nehmen. Zentral dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlichster Fachdisziplinen: Agrarsoziologie, Politikwissenschaften, maschinelles Lernen, Landschaftsökologie, Umweltökonomie und ökologisch-ökonomische Optimierung mittels IT. Der systemische Forschungsansatz zielt darauf, bestehende Politik- und Praxisinstrumente so zu optimieren bzw. um- und neuzugestalten, dass die Akzeptanz biodiversitätsfördernder Maßnahmen bei den Landwirt*innen wachsen kann, weil zum Beispiel ökonomische Effizienz, passgenaue Flexibilität und soziale Wertschätzung ihres Handelns wichtige Akzeptanzfaktoren sind.

Drei Biosphärenreservate als Übertragungsregionen

Für Biosphärenreservatsverwaltungen gehören das gemeinsame Entwickeln und Erproben neuer Ideen mit den Menschen vor Ort zu den Kernaufgaben. Deshalb lautet der Praxisansatz im Projekt, über die projektzentrale Region „Vereinigte Mulde“ in Nordwestsachsen hinauszuschauen und zu erkunden, wie eine erfolgreiche Übertragung der Projektergebnisse auf andere Kulturlandschaften gelingen kann. Dieses Übertragungspotenzial auszuloten ist unsere Aufgabe als Praxispartner gemeinsam mit den drei Biosphärenreservaten Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Schaalsee und Schorfheide-Chorin. Hierbei werden wir auf die Erfahrungen aus dem parallel laufenden BROMMI-Projekt aufbauen können und mit den Akteur*innen des BROMMI-Projekts eng zusammenarbeiten.

Wie geht es 2022 weiter?

Eins der zentralen Elemente im ECO²SCAPE-Projekt ist der fachliche Austausch zwischen Landwirt*innen, die in den drei beteiligten Biosphärenreservaten wirtschaften, und Landwirtschaftsbetrieben in der Forschungs- und Erprobungsregion “Vereinigte Mulde”. Für das Jahr 2022 ist das erste von vier solcher „Peer-to-Peer-Treffen“ geplant.

 

 

Naturschutz im Urlaub – Voluntourismus für biologische Vielfalt in den Nationalen Naturlandschaften

Anne Schierenberg
Anne Schierenberg
Johannes Herweg
Johannes Herweg
Stephanie Schubert
Stephanie Schubert
Therese Thümmler
Therese Thümmler

In Deutschlands Nationalparken, Naturparken und Biosphärenreservaten Urlaub machen und dabei ganz praktisch die biologische Vielfalt fördern – das ist die Grundidee des Voluntourismus-Projekts. Nationale Naturlandschaften e. V. unterstützt dementsprechend neue Partnerschaften zwischen Schutzgebieten und touristischen Anbietern: Diese entwickeln und erproben in vier Modellregionen attraktive und gleichzeitig fachlich sinnvolle Angebote für Urlaubende. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert.


Voluntourismus-Saison 2021 mit vielfältigen Angeboten

Im Jahr 2021 starteten wir in die zweite Projektphase und damit in die Planung konkreter und vielfältiger voluntouristischer Angebote in den Modellregionen. Die coronabedingten Einschränkungen erforderten im Verlauf mehrere Anpassungen und Terminverschiebungen. Dennoch: Die Zeitfenster, in denen Voluntourismus-Angebote in Form mehrtägiger Gruppenreisen und eintägiger Einsätze unter den erforderlichen Schutzvorkehrungen stattfinden konnten, nutzten die Projektpartner bestmöglich. Hier einige Schlaglichter: Zwei BUND-Reisen „entführten“ die Teilnehmenden der Pauschalreisen für sechs Tage ins Biosphärenreservat Mittelelbe bzw. in den Müritz-Nationalpark. Freiwilligeneinsätze, wie Streuobstwiesen- und Trockenrasenpflege, Grabenverschluss im Moor und Eichenpflanzung, waren eingebettet in ein vielfältiges Programm, durch das die Gäste die besondere Landschaft und regionale Kultur eindrücklich erlebten. Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und Naturpark Südschwarzwald lockten u. a. halb- und ganztägige Einsatz-Angebote engagierte Teilnehmende an, die mit vielen helfenden Händen bspw. invasive Arten wie die Cranberry in den Dünen jäteten oder Auerhuhnbiotope – darunter Balz- und Nahrungsplätze – schufen.

Eine positive Bilanz ziehen die Projektpartner nicht nur mit Blick auf die durch die Voluntourist:innen geleistete wertvolle Hilfe. Genauso erfreulich ist das sehr zufriedene Feedback der Engagierten, das mittels einer Befragung für die Voluntourismus-Saison 2021 erfasst wurde.

Voluntourismus fördert regionale und überregionale Kooperationen

Die Chancen, die das Thema Voluntourismus in den Nationalen Naturlandschaften neben dem Engagementzuwachs bietet, liegen u. a. in den vielfältigen, regionalen und überregionalen Kooperationsmöglichkeiten: So konnten im Jahr 2021 etwa Partnerbetriebe von Nationalen Naturlandschaften als Unterkünfte für Voluntourist:innen eingebunden, Forstbetriebe und Naturschutzvereine für die Flächenbereitstellung und fachliche Einsatzbetreuung gewonnen sowie Tourismusmarketinggesellschaften für Werbemaßnahmen genutzt werden. Im Sinne einer Win-win-Situation konnten diese Umsetzungspartner jeweils auch ihre eigenen Interessen verwirklichen. Darüber hinaus hat eine von uns begleitete Studie an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) Wege aufgezeigt, wie Voluntourismus in Bildungsurlaubs-Programme in Nationalen Naturlandschaften eingebettet werden kann – ein Zukunftsthema, das im Projekt mit guten Aussichten weiterverfolgt wird.

Wie geht es 2022 weiter?

Wir gehen im Jahr 2022 gemeinsam mit den Projektpartnern in die nächste Erprobungsphase von Voluntourismus-Formaten: Bewährtes wird weitergeführt und ausgebaut, „lessons learned“ werden umgesetzt. So werden dann alle vier Modellgebiete aktive Urlaubende mit mehrtägigen Gruppenreisen in ihre Region locken und als Pauschalangebot von BUND-Reisen unter fachkundiger Reiseleitung „Anpack-Tage“ in Kombination mit Natur- und Kulturerleben anbieten.

Für die bereits mehr als 20 geplanten halb- und ganztägigen Naturschutzeinsätze, an denen Urlaubsgäste in der jeweiligen Region kurzentschlossen teilnehmen können, werden wir Werbemaßnahmen noch gezielter durchführen. Hier gilt es, bspw. über Touristinfos und Beherbergungsbetriebe, insbesondere auch über Campingplätze, das neuartige Angebot der aktiven Urlaubsgestaltung für den guten Zweck noch bekannter zu machen.

Bei der Weiterentwicklung der Voluntourismus-Angebote wird ein Schwerpunkt auf der Vermittlung des Themas „Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt“ in seinen vielen Facetten liegen: Neben „learning on the job“ während der jeweiligen biodiversitätsbezogenen Aufgabe unter fachlicher Anleitung werden auch die mit einem voluntouristischen Einsatz verbundenen Aspekte wie Anreise/Mobilität, Verpflegung und weiterführendes Bildungsmaterial explizit zur Förderung des Bewusstseins für den Wert der biologischen Vielfalt genutzt.