Tourismus, Regionalentwicklung, Inklusion

Gemeinsam Natur erleben und erfahren
Kerstin Emonds
Kerstin Emonds
Leiterin Tourismus, Regionalentwicklung, Inklusion
Wir sind davon überzeugt, dass die touristischen Angebote in den Nationalen Naturlandschaften wesentlich dazu beitragen werden, dass Natur und Naturschutz eine nie dagewesene Wertschätzung erfahren. Die zahlreichen Partner der Schutzgebietsverwaltungen sowie deren regionale Produkte sind die Basis dafür. Wir stellen uns eine Zukunft vor, in der die Qualitätssiegel „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ und "Produkte aus den Nationalen Naturlandschaften" in Deutschland bekannte Marken sind, die für eine konsequente Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele stehen. Inklusion wird von allen Nationalen Naturlandschaften gelebt und aktiv vorangetrieben. Als Dachverband stehen wir für die Qualitätssicherung unserer bundesweiten Initiativen und Partnernetzwerke, schaffen wir Plattformen zur zentralen Bereitstellung von Informationen und Angeboten, einschließlich der Informationen zur Barrierefreiheit.

Im Überblick – die Bereichsarbeit

Die Kernaufgaben Tourismus und Regionalentwicklung wurden gemeinsam mit der Querschnittsaufgabe Inklusion im Jahr 2020 erstmals in einem Bereich zusammengefasst und unter die Leitung von Kerstin Emonds gestellt, die in der Geschäftsstelle seit vielen Jahren verschiedene Aspekte dieser Handlungsfelder bearbeitet. An ihrer Seite steht Stephanie Schubert als Fachreferentin und langjährige Koordinatorin und fachliche Begleiterin des Partnerprogramms der Nationalen Naturlandschaften. Die Aspekte der Regionalentwicklung stehen in einem engen Zusammenhang zum Tourismus. Dies wird vielfach deutlich: im Programm „Partner der Nationalen Naturlandschaften“, im Projekt „Barrierefreie Naturerlebnisangebote als Impulsgeber für den ländlichen Raum“ sowie in den Positionspapieren unseres Verbandes, die wir für das Handlungsfeld „Tourismus & Regionalentwicklung“ gemeinsam mit dem Verband Deutscher Naturparke e. V. erarbeitet, veröffentlicht und an die Politik adressiert haben. Tourismus, Regionalentwicklung und Naturschutz zusammendenken Unter diesem Motto sind 2020 gleich drei Positionspapiere entstanden:
  1. Beiträge und Forderungen der Nationalen Naturlandschaften zu einer nationalen Tourismusstrategie (Juni 2020)
  2. Die Bedeutung der Nationalen Naturlandschaften für die Erholung und Gesundheitsvorsorge – Herausforderungen und Bedarfe zur Sicherung ihrer Leistungen generell und speziell in der Corona-Krise (Juni 2020)
  3. Beiträge und Forderungen der Nationalen Naturlandschaften zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – Weiterentwicklung 2021 (Oktober 2020)
Alle drei Papiere weisen inhaltlich große Übereinstimmungen auf, keines dieser Themen kann losgelöst von den anderen betrachtet werden. Die Politik wurde dementsprechend aufgefordert, bei allen ihren Entscheidungen hinsichtlich einer nachhaltigen, natur- und umweltverträglichen, klimaschonenden und gesundheitsvorsorgenden Tourismus- und Regionalentwicklung immer auch explizit den Naturschutz mitzudenken. Bundesnetzwerk „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ Dreh- und Angelpunkt der bundesweiten Zusammenarbeit im Partnerprogramm ist die AG Partner. Diesbezügliche Aktivitäten sind daher im Bericht dieser Arbeitsgruppe dargestellt. Fast 30 regionale Partnernetzwerke mit rund 1.400 zertifizierten Partnern sind mit Stand Dezember 2020 in den Nationalen Naturlandschaften aktiv. Die Corona-Pandemie brachte allerdings riesige Herausforderungen für die Mehrzahl der Partnerbetriebe, war und ist doch gerade die regionale Tourismuswirtschaft besonders schwerwiegend von den Einschränkungen betroffen. Deshalb war es uns umso wichtiger, in den erwähnten Positionspapieren die eminent große Rolle der „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ deutlich zu machen und gegenüber der Politik zu vertreten. Diese Rolle zudem auch an (potenzielle) Gäste zu kommunizieren, ist das Ziel unserer Zusammenarbeit mit der Filmerin und Bloggerin Gunilla Krebs. Imagefilme und neue Videoformate sollen dazu beitragen, die Nationalen Naturlandschaften und ihre Partnerbetriebe einem breiteren Publikum vorzustellen. Voluntourismus – Naturschutz im Urlaub Urlaub machen und dabei ganz praktisch die biologische Vielfalt fördern – das ist die Grundidee des laufenden Voluntourismus-Projekts. Hier werden attraktive und gleichzeitig fachlich sinnvolle Angebote für Urlaubende entwickelt und erste Voluntourismus-Angebote modellhaft umgesetzt. In unserem Bereich „Bürgerschaftliches Engagement“ finden Sie einen ausführlichen Projektbericht.

Barrierefreies Naturerleben − Impulse für ländliche Räume

So attraktiv barrierefreie Naturerlebnisangebote auch sind – wer sie besuchen möchte, braucht entsprechend barrierefreie Infrastruktur im Umfeld. Das Projekt unterstützt Nationale Naturlandschaften und ihre regionalen Netzwerkpartner im Bereich Tourismus und Regionalentwicklung. Es zielt auf die Bündelung von Einzelangeboten und basiert auf dem bundesweit einheitlichen Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“.
Inklusion als Zukunftsthema Ländliche Entwicklung, Tourismus und Naherholung in der Natur inklusiv zu denken, ist ein wesentlicher Schritt in Richtung Zukunftsfähigkeit des ländlichen Raums. Deshalb wird das Projekt für drei Jahre vom Bundeslandwirtschaftsministerium finanziell unterstützt. Im Verbund mit dem Deutschen Seminar für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. und den NNL-Verwaltungen in vier Modellregionen haben wir auch im zweiten Projektjahr Wichtiges erreicht. Mehr als 60 touristische Angebote in den Modellregionen Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, Nationalpark Kellerwald-Edersee und Nationalpark Hunsrück-Hochwald / Naturpark Saar-Hunsrück sind inzwischen nach dem System „Reisen für Alle“ gekennzeichnet. Damit liegen detaillierte und geprüfte Informationen zur Barrierefreiheit für jedes einzelne dieser Angebote vor. Durch deren jeweilig sinnvolle Bündelung wird deutlich, wie „barrierefreie Serviceketten“ funktionieren können und welche Vorteile sie bringen. Ein Erklärvideo veranschaulicht diesen Prozess. Regionale Vernetzung als Erfolgsfaktor Wir unterstützen mit diesem Projekt die beteiligten NNL-Verwaltungen in ihrem Bemühen, engagierte regionale Partner für das Thema Barrierefreiheit zu gewinnen. Zu den Netzwerkpartnern gehören zum Beispiel Tourismusorganisationen, Betriebe des Gastgewerbes, Anbieter:innen geführter Naturerlebnistouren, Vertreter:innen von Kommunen und Verkehrsbetrieben und andere mehr. Netzwerke leben, so dachte man vor Corona-Zeiten, vor allem vom Kennen(lernen) und Erleben der Partner in der persönlichen Begegnung. Ab März 2020 galt es plötzlich, innerhalb kurzer Zeit umzudenken und neue Erfahrungen des virtuellen Vernetzens zuzulassen. Trotz der erschwerten Bedingungen trug die Zusammenarbeit Früchte. Miteinander gelang es, Einzelangebote so zu bündeln, dass sie für Gäste als Inspiration für ihren Gesamtaufenthalt sichtbar werden. Inspirationen mit Lenkungseffekt? Durch die attraktive Bündelung soll es nicht nur gelingen, naturliebenden Menschen ein regionales Gesamterlebnis zu ermöglichen, sondern es sollen möglichst auch Lenkungseffekte erreicht werden. Wenn Gäste nicht nur das weithin bekannte Einzelerlebnis ansteuern, sondern dank der Inspiration ein gesamtes Bündel im Blick haben, lässt sich vielleicht eine ausgewogene und naturverträgliche Verteilung von Gästen in der Region erreichen. Dies ist umso wichtiger geworden, da coronabedingt der Tourismus in Nationalen Naturlandschaften massiv zugenommen hat. Wie geht es 2021 weiter? Im nächsten und damit letzten Projektjahr werden wir die Akteure in den Modellregionen vor allem dahingehend unterstützen, dass sie künftig die angestoßenen Prozesse selbständig weiterführen und die Entwicklungen als Impulse für den ländlichen Raum nutzen können. Mit Ende der Laufzeit werden im Frühherbst 2021 übertragbare Argumente und Anregungen zur Verfügung stehen.