Mit der Berufung des externen Evaluierungskomitees durch die LANA geht die Nationalparkevaluierung in die nächste Runde. Bis Ende 2024 wird die Managementeffektivität in allen 16 deutschen Nationalparken erneut bewertet. Die Beantwortung der Evaluierungsfragen durch die Nationalparkverwaltungen erfolgt erstmals anhand einer browserbasierten Datenbank. Ergebnis werden 16 nationalparkspezifische Berichte des Komitees sein.

Die Qualität eines Schutzgebietsmanagements lässt sich anhand vorab definierter Kriterien und Standards, die den jeweiligen Idealzustand beschreiben, bewerten. Im Sinne einer regelmäßigen Überprüfung des Managements startete nach einer ersten Evaluierung (2009-2012) und einer Zwischenevaluierung (2015-2018) nun – rund zehn Jahre später – die erneute Evaluierung aller 16 deutschen Nationalparke.

Das wesentliche Ziel der Evaluierung ist die Identifizierung von Stärken und Schwächen sowie deren Ursachen in den Nationalparken. Die sich daraus ableitenden Empfehlungen sollen zur langfristigen Erhaltung und wo erforderlich Verbesserung der Qualität des Nationalparkmanagements beitragen. Wert gelegt wird dabei auf die Förderung des Bundesländer übergreifenden fachlichen Austauschs zwischen den Nationalparkverwaltungen. Gleichzeitig leistet die Evaluierung einen Beitrag zur Erfüllung der Pflichten und Verpflichtungen der Bundesrepublik aus Vereinbarungen im Rahmen der CBD, einschließlich der Umsetzung des „Arbeitsprogramms für Schutzgebiete“.

Analog zur ersten Evaluierung (2009-2012) wurde von der Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) auf ihrer Frühjahrssitzung im März 2022 wieder ein externes Evaluierungskomitee berufen, in dem alle zentralen Projektbeteiligten vertreten sind. Das Komitee ist doppelt besetzt und besteht aus 14 Mitgliedern, die sich gegenseitig vertreten können. Pro Nationalpark ist damit ein Expertengremium bestehend aus sieben Komiteemitgliedern gewährleistet. In das ehrenamtlich agierende Komitee wurden die folgenden Personen berufen:

  • Bundesbehörden:
    Marc Auer, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutzschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV);
    Dr. Volker Scherfose; Bundesamt für Naturschutz (BfN)
  • Landesbehörden (LANA):
    Dr. Uwe Katzenberger; Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz
    Dr. Sigmar Krause; Sächsisches Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft
    Katharina Sabry; Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
    Sylvia Wagner; Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
  • AG Nationalparke:
    Dr. Harald Egidi; Nationalparkleiter Hunsrück-Hochwald
    Ulf Zimmermann; Nationalparkleiter Sächsische Schweiz
  • Wissenschaft:
    Prof. Dr. Stefan Heiland; TU Berlin
    Dr. Eick von Ruschkowski; Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA)
    Prof. Dr. Nina Farwig; Philipps-Universität Marburg
    Dr. Ulf Hohmann; Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz
  • Nichtregierungsorganisationen:
    Dr. Christine Margraf; BUND Naturschutz in Bayern
    Stefan Schwill
    ; NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Der Erfüllungsgrad der Qualitätsstandards in den jeweiligen Nationalparken wird anhand zahlreicher Evaluierungsfragen abgefragt. Als Voraussetzung für die Abgabe der Selbsteinschätzung der Nationalparkverwaltungen erfolgt in den ersten Projektmonaten die Überführung der Evaluierungsfragen in eine browserbasierte Datenbank. Hierbei sollen durch die Verknüpfung mit der bereits bestehenden Datenbank für das Integrative Monitoring der Großschutzgebiete größtmögliche Synergien hergestellt werden. Die neue Datenbank soll die Arbeitsschritte für die Nationalparkverwaltungen vereinfachen und nicht nur bei der aktuellen Evaluierung, sondern auch bei künftigen Abfragen zu Zeit- und Arbeitseinsparungen führen. Durch technische Validierungsverfahren sollen auch etwaige Eingabefehler minimiert werden. Die Selbsteinschätzung der Nationalparkverwaltungen liefert die Grundlage für die Bewertung durch das externe Evaluierungskomitee.

Innerhalb des Evaluierungsprozesses sind die Vor-Ort-Termine in den Nationalparken ein wichtiges Element, um die Themen Qualitätskriterien und -standards sowie Evaluierung in die Nationalparkverwaltungen hineinzutragen. Des Weiteren soll durch die Einbindung relevanter Stakeholder die Akzeptanz und Wertschätzung des Nationalparks gestärkt werden. Hierzu wird das Evaluierungskomitee verschiedene regionale Stakeholder aus den Nationalparkregionen befragen, um neben der Selbsteinschätzung der Nationalparkverwaltungen ein breites Meinungsbild von der Ist-Situation in den Nationalparken zu bekommen.

Ergebnis der Evaluierung werden 16 nationalparkspezifische Evaluierungsberichte sein.

Nationale Naturlandschaften e. V. hat im F+E-Vorhaben die Projektleitung/-bearbeitung inne und übernimmt die Rolle des Vermittlers zwischen den Interessen des Bundes und der Länder, ist gleichzeitig aber auch Verbindungspartner zwischen der Wissenschaft und der Verwaltungspraxis in den Nationalparken. Manfred Bauer, ehemaliger Leiter des Nationalparks Kellerwald-Edersee, wird bei den Vor-Ort-Terminen in den Nationalparken sowie bei den Sitzungen des Evaluierungskomitees die Moderation übernehmen. Er hat den Evaluierungsprozess von Beginn an mit begleitet und bringt große Erfahrung und Expertise mit.

Mit dieser Arbeit unterstützt Nationale Naturlandschaften e. V. die Nationalparkverwaltungen bei der Sicherung und Verbesserung des Qualitätsmanagements in ihren Gebieten. Bund und Länder, die Verwaltungen der Nationalparke und Nationale Naturlandschaften e. V. leisten hiermit einen gemeinsamen Beitrag zu einer dauerhaften Qualitätssicherung und stetigen Qualitätsverbesserung der Nationalparke und damit zur Erhaltung und Entwicklung der biologischen Vielfalt in Deutschland.

Das Vorhaben wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) gefördert und fachlich unterstützt.

 

Kontakt:

Nationale Naturlandschaften e. V.
Anja May & Lucilia Westphal
Pfalzburger Str. 43/44
D-10717 Berlin
Telefon: + 49 (0)30 288 78 82-21
E-Mail: anja.may@nationale-naturlandschaften.de
lucilia.westphal@nationale-naturlandschaften.de