Das Gras auf der Streuobstwiese „Herrengarten“ ist sehr hoch gewachsen und etliche Gräser und Kräuter blühen in vielfältigen Farben und Formen. Das kunterbunte Durcheinander verschiedener Pflanzen auf der Wiese ist ein Indikator für die biologische Vielfalt. Für die Bewertung des Unterwuchses unterscheiden die Expert*innen zwischen charakteristischen und lebensraumtypischen Pflanzenarten. Manche kommen sehr häufig auf der Projektfläche vor, einige eher selten. Typisch für den Lebensraum Streuobstwiese sind die Wiesen-Margerite und die Acker-Witwenblume. Der Gamander-Ehrenpreis ist sogar vorherrschend auf einem Teil der Projektfläche. Bestimmte Pflanzen zeigen sich besonders dort, wo der Boden mager ist, so die Wiesen-Glockenblume, eine weitere charakteristische Art auf der Streuobstwiese. Solche „Magerkeitszeiger“ helfen bei der Bewertung der biologischen Vielfalt und bei der Aufstellung einer Prognose. Typische Magerkeitszeiger sind die Gras-Sternmiere, die Echte Schlüsselblume und der Rot-Schwingel. Auch den Kleinen Sauerampfer sieht man häufiger. Eher selten anzutreffen ist die Rundblättrige Glockenblume. Die Anzahl verschiedener Pflanzenarten im Unterwuchs ist gering. Durch die Pflegemaßnahmen wird sich die Artenanzahl in der Krautschicht auch nicht stark vermehren. Dafür wird zwischen den Baumreihen nicht gemäht. Insekten und kleine Säugetiere haben so das ganze Jahr hindurch Nahrung und Unterschlupf. Besonders Schmetterlinge freuen sich über die Blühstreifen zwischen den Obstbäumen. Sie lassen sich auch gern auf der Rinde der Obstbäume nieder, um sich zu sonnen. Der Boden ist mager und nährstoffarm. Solch ein Untergrund ist beliebt bei der Malve. Auf unserem Foto labt sich eine Hummel am Nektar der Blüte. Die Nutzpflanze wird auch Käsepappel genannt. Die Bezeichnung ist auf die Form der Früchte zurückzuführen, aus denen man auch Brei herstellen kann. Die Malve ist eine Heilpflanze. Als Tee zubereitet wirkt sie reizlindernd und schleimlösend. Ihre Blätter und Blüten können auch verzehrt werden. Mit der Mahd warten wir noch bis Ende Juli/Anfang August, dann haben die Pflanzen auf der Wiese Gelegenheit ihre Samen auszuwerfen und sich zu vermehren.
Schmetterlinge sonnen sich auf der Rinde eines Obstbaumes. / Foto: Thomas Linde
Eine Hummel bedient sich am Nektar einer Wilden Malven-Blüte. / Foto: Thomas Linde
                Titelbild: Wilde Malven blühen auf der Streuobstwiese „Herrengarten“. / Foto: Thomas Linde