Mit lila Blüten schmückt der Wiesen-Salbei von Ende Mai bis Ende August die Streuobstwiese. Etwa 40 bis 60 Zentimeter hoch wächst die krautige Staude. Die Blätter verströmen beim Zerreiben einen aromatischen Duft. Ihnen wird eine heilsame Wirkung bei Husten und Fieber zugeschrieben. Insekten lieben den Salbei-Nektar und werden wie magnetisch von den Blüten angezogen. Die Lippenblütler werden von Hummeln und einigen Schmetterlingsarten, wie dem Bläuling, dem Weißling oder dem Schwalbenschwanz bestäubt. Dabei bedient sich die Wildpflanze eines ausgeklügelten Mechanismus, um seinen Pollen zu übertragen: Die Staubgefäße verschließen den Weg zum Nektar mit einem Hebelmechanismus. Steckt ein Insekt ihren Rüssel in die Blüte, um an den Nektar zu gelangen, betätigt sie den Hebel und das andere Ende des Staubgefäßes senkt sich auf den Rücken des Insektes. Der Blütenstaub bleibt in den Haaren haften und wird dann zur nächsten Blüte transportiert, wo er den Griffel bestäubt. Der Wiesen-Salbei ist charakteristisch für Streuobstwiesen und gilt als „Kennart“ für den Lebensraum. Auf unserer Projektfläche konnten wir die Wildstaude ausfindig machen. Für unsere Expert*innen ist die Pflanze ein guter Hinweis, um den Zustand der Wiese zu beurteilen. Der Wiesen-Salbei liebt sonnige Plätze und nährstoffarmen, kalkhaltigen Boden. Da die Wurzeln über einen Meter tief in den Boden reichen, kommt er auch mit Trockenheit zurecht. Vielerorts ist der Wiesen-Salbei durch intensive Landwirtschaft in seinem Bestand bedroht. Deswegen sind geschützte Lebensräume wie die Streuobstwiesen so wichtig, um der sonnenliebenden Pflanze Zuflucht zu gewähren. Titelbild: Der Wiesen-Salbei wächst auf Magerwiesen. / Foto: NABU Neuffen