Die Fläche wird einmal im Jahr Ende Juli/Anfang August mit einem Rotations- oder Balkenmäher gemäht. Bis auf eine Höhe von 8 cm Stoppelhöhe wird der Unterwuchs gekürzt. Das Mahdgut wird mit einer Ballenpresse gepresst und mit einem Ladewagen abtransportiert. Durch diese einschürige Mahd bleibt der Unterwuchs in einem guten Zustand erhalten. Die Mahd wird jedoch erschwert, weil die Bäume so dicht stehen. Daher müssen wir einige der jungen Obstbäume fällen und neue in geeigneten Abständen pflanzen. Allerdings wird sich die Artenanzahl unter den Wildpflanzen über die Jahre nicht deutlich erhöhen. Nur etwa 12 Pflanzenarten konnten wir zu Projektbeginn im Unterwuchs nachweisen. Eine Lösung: Zusätzliche Blühstreifen bereichern das Nahrungsangebot für Insekten und sind ein reizvoller Anblick. Eine gute und naturverträgliche Alternative zur Mahd wäre vor allem in Hanglagen die Beweidung mit Schafen oder Rindern. Leider sind die Weidetiere oft wählerisch und fressen nicht immer jedes Kraut. Was nicht gut schmeckt, stachelig oder hart ist wird verschmäht. Daher sehen wir auf der Wiese oft Herde von Disteln oder Brennnesseln. Die schattigen Plätzchen unter den Baumkronen werden gerne von Waldarten unter den Gräsern eingenommen. So sieht man häufig Scharbockskraut, Busch-Windröschen und den Geißfuß um die Stämme der Obstbäume versammelt. Der Wiesen-Salbei dagegen bevorzugt sonnige, trockene Standorte. So findet jede Pflanze ihren eigenen Standortvorteil auf der Wiese. Selbst die kleinste Lücke wird ausgenutzt und mit Leben gefüllt: Konkurrenzschwache Arten wie die Vogelmiere nutzen die Gelegenheit, wenn sich ein Stück freie Fläche im sonst zugewachsenen Wiesengras anbietet. Dort wo Weidevieh und Mähgerät nicht hingelangen, können sich Pflanzen behaupten, die an anderer Stelle nicht den Vorrang haben.
Wiesen-Salbei / Foto: © Nationale Naturlandschaften e. V.
Wilde Malve / Foto: © Thomas Linde
          Titelbild: © Robert Junge / Untere Naturschutzbehörde Suhl