Totholzhaufen und Holzstrukturen
Kategorie: Sonstige Biotopmaßnahmen – Produktionsseparierte Maßnahme – Mehrjährig

Beschreibung
Totholzhaufen aus Ästen, Stammstücken oder Wurzelstöcken schaffen vielfältige Lebensräume für zahlreiche Insektenarten. Sie können zum Beispiel bei der Heckenpflege, Baumschnitt oder Forstarbeiten anfallen und sinnvoll vor Ort genutzt werden, statt das Material zu entfernen (siehe auch Praxisbeispiel Totholz- und Lesesteinhaufen).
Standort-Eignung
Besonders geeignet sind sonnige Säume, mehrjährige Brachen sowie wenig gestörte Grünflächen. Auch an Waldrändern, Wegrändern oder in Parks lassen sich Totholzhaufen gut integrieren. Optimal sind Haufen ab etwa einem halben Meter Höhe mit unterschiedlich dicken Holzstücken.
Insektenschutzpotenzial
Totholz bietet Rückzugsorte, Überwinterungsplätze und Bruträume für viele Insekten. In der lockeren Struktur leben beispielsweise Ameisen oder Kurzflügelkäfer, während im Holzinneren spezialisierte Arten wie holzzersetzende Käfer vorkommen. Auch Wildbienen, Grabwespen, Schwebfliegen und zahlreiche weitere Arten profitieren von diesen Strukturen.
Hinweise zur Umsetzung
Totholzhaufen sollten mehrere Jahre liegen bleiben, da sich ihr ökologischer Wert mit zunehmendem Alter erhöht. Sie müssen jedoch gelegentlich von beschattendem Bewuchs freigehalten und bei starkem Zerfall neu aufgeschichtet werden. Ein unbehandelter Randstreifen und eine möglichst schonende Pflege der angrenzenden Flächen verbessern die Wirkung zusätzlich.
Weiterführende Informationen
- Handreichung Totholz- und Lesesteinhaufen – Kleinstrukturen für Insekten, BROMMI-Projekt
- WWF Deutschland (2025): Lass den Garten richtig brummen! Totholzhaufen und sonstiges Totholz, Seite 42f. (abgerufen am 04.03.2026)
- Deutscher Bauernverband (2019): Maßnahmenbeschreibung in „Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft. Aktueller Überblick über Maßnahmen aus dem Verbund-Projekt Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“, Seite 109ff.: Altbäume und Totholz erhalten (abgerufen am 04.03.2026)
- Stommel, C., N. Becker, T. Muchow und M. Schmelzer (2018): Maßnahmen- und Artensteckbriefe zur Förderung der Vielfalt typischer Arten und Lebensräume der Agrarlandschaft, auf Seite 312, dort: Totholzhaufen, Steinhaufen, Trockenmauern, Asthaufen (abgerufen am: 01.04.2026)
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