Steinbiotope und Lesesteinstrukturen
Kategorie: Sonstige Biotopmaßnahmen – Produktionsseparierte Maßnahme – Mehrjährig

Beschreibung
Lesesteinhaufen, Steinriegel oder Trockenmauern bieten trocken-warme Lebensräume mit vielen Hohlräumen. Sie können durch das Aufschichten neuer oder Freiräumen bereits vorhandener Steine hergestellt werden (s. auch Praxisbeispiel Totholz- und Lesesteinhaufen).
Standort-Eignung
Ideal sind sonnige, windgeschützte Lagen an Säumen, Brachen, Wegrändern, in Gärten oder Parks mit trockenen Bedingungen. Steinbiotope können bestehende Habitate wie Hecken oder Totholzstrukturen zusätzlich aufwerten. In der Nähe von Steinstrukturen sollte ein vielfältiges Blütenangebot vorhanden sein, für bestimmte Insektenarten auch gezielte Futterpflanzen wie Fetthennen.
Insektenschutzpotenzial
Steinstrukturen bieten Brutplätze, Deckung und Überwinterungsmöglichkeiten für viele wärmeliebende Insektenarten. Dazu gehören Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Heuschrecken. Die Steine speichern Wärme und schaffen ein stabiles Mikroklima, das für die Entwicklung vieler Arten entscheidend ist.
Hinweise zur Umsetzung
Die Steinstrukturen sollten mindestens etwa einen halben Meter hoch sein und aus unterschiedlich großen Steinen bestehen, die trocken aufgeschichtet werden. Hohlräume sind dabei ausdrücklich erwünscht. Eine regelmäßige Pflege ist notwendig, um Verbuschung und zu starke Beschattung zu verhindern. Ab bestimmten Größen können Steinstrukturen als geschützte Landschaftselemente anerkannt werden.
Weiterführende Informationen
- Handreichung Totholz- und Lesesteinhaufen – Kleinstrukturen für Insekten, BROMMI-Projekt
- Maßnahmenbeschreibung in „Naturschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft. Aktueller Überblick über Maßnahmen aus dem Verbund-Projekt Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt“ (Deutscher Bauernverband 2019): Nisthilfen, Lebenstürme und Lesesteinhaufen, Seite 28/29 (abgerufen am 19.02.2026)
- Landwirtschaft für Artenvielfalt. Naturschutzmodul für ökologisch bewirtschaftete Betriebe (Gottwald, F., Stein-Bachinger, K. 2016): Lesesteinhaufen und Steinwälle, Seite 164 (abgerufen am 19.02.2026)
- Stommel, C., N. Becker, T. Muchow und M. Schmelzer (2018): Maßnahmen- und Artensteckbriefe zur Förderung der Vielfalt typischer Arten und Lebensräume der Agrarlandschaft, auf Seite 312, dort: Totholzhaufen, Steinhaufen, Trockenmauern, Asthaufen (abgerufen am: 01.04.2026)
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