Projektsteckbrief BROMMI
Was können Landwirtschaft, Kommunen und Politik zum Insektenschutz beitragen? Fünf Modellgebiete entwickeln praxisnahe Antworten, die vor Ort umsetzbar, aber gleichzeitig auch übertragbar und skalierbar sind. Gefördert wird das Projekt „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Die Idee
Fast drei Viertel aller Tierarten in Deutschland sind Insekten. Sowohl die Gesamtmenge der Insekten als auch die Vielfalt der Insektenarten in Deutschland sinkt. Zentrale Faktoren für den Insektenschwund sind der Einsatz von Pflanzenschutz- und Düngemitteln, intensivierte Landbewirtschaftung von Wiesen und Feldern sowie Lichtverschmutzung. Hinzu kommt der Verlust von Lebensräumen – wie Streuobstwiesen, Hecken oder Kleingewässer – oder deren massive Veränderung.
Nur wenn es gelingt, mit Naturschutzexpert*innen und Akteur*innen der Flächenbewirtschaftung tragfähige und übertragbare Lösungen zu entwickeln, kann sich eine insektengerechte Landnutzung langfristig und flächendeckend etablieren.
Projektpartner
- WWF Deutschland – Gesamtkoordination
- Nationale Naturlandschaften e. V.
- Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.
Modellgebiete
- UNESCO-Biosphärenreservat Mittelelbe
- UNESCO-Biosphärenreservat Bayerische Rhön
- UNESCO-Biosphärenreservat Schaalsee
- UNESCO-Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin
- UNESCO-Biosphärenreservat Schwarzwald
Laufzeit
01. Januar 2020 bis 30. Juni 2026
Ziele des Projektes
Im Sinne der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt zielt das Projekt darauf ab, fünf Biosphärenreservate in Deutschland zu Modelllandschaften für den Insektenschutz zu entwickeln. Dafür werden in den landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaften aber auch auf kommunalen Flächen Insektenschutz und Landnutzung miteinander verknüpft.
Konkret bedeutet das: Naturschutzexpert*innen und Akteur*innen der Flächenbewirtschaftung und -pflege testen und bewerten gemeinsam insektenfördernde Maßnahmen, leiten daraus tragfähige wie auch übertragbare Modelle und Empfehlungen ab und bereiten diese zur Nachahmung auf.
Im Projekt werden sowohl bekannte als auch neuartige insektenfördernde Maßnahmen umgesetzt und analysiert und dabei bewirtschaftete Flächen genauso wie angrenzende Strukturen einbezogen. Erprobt und bewertet werden bspw. Blühstreifen, Brachstreifen, Gehölzsäume, die Bepflanzung und Mahd der Straßenränder, insektenschonender Maschineneinsatz, die Reduktion der Schnittzahl, veränderte Mahdzeitpunkte, Beweidung statt Mähen und eine optimierte Düngung durch Senkung der Menge und veränderte Ausbringungstechnik. Im Fokus stehen dabei nicht nur die naturschutzfachlichen Potenziale der Maßnahmen, sondern auch, wie sie sich in die Praxis der beteiligten Flächenbewirtschafter*innen einfügen lassen und welche wirtschaftlichen Folgen sie haben.
Kontakt
Nationale Naturlandschaften e. V.
Andrea Hoffmann
Pfalzburger Straße 43/44
10717 Berlin
Telefon: 030/2887882 -17
E-Mail: andrea.hoffmann@nationale-naturlandschaften.de
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