Kategorie:  Sonstige Biotopmaßnahmen – Produktionsseparierte Maßnahme – Mehrjährig

An einem Hügel ist einseitig der Bewuchs und die obere Erdschicht weggerissen, sodass Sand erkennbar ist. Ein paar Pflanzen wachsen bereits wieder im Erdanriss.
Offene Bodenstellen bieten Nistmöglichkeiten © Florian Lauer

Beschreibung

Viele Insektenarten, insbesondere Wildbienen, benötigen offene Bodenstellen oder sandige Flächen, um ihre Nester anzulegen. Die gezielte Aufwertung bestehender Säume, Wegränder oder Brachen mit offenen Boden- und Sandflächen schaffen solche Nistmöglichkeiten. Dazu zählen neben offenen Erdflächen auch steile Bodenabbrüche sowie angelegte Sand- oder Lösshügel (s. auch Praxisbeispiel Erdanrisse und Sandarien).


Standort-Eignung

Geeignet sind sonnige, südexponierte, möglichst ungestörte Säume, Wegränder, Grünflächen und mehrjährige Brachen. Auch Hofstellen, Gärten, Parks oder Randbereiche öffentlicher Flächen kommen infrage. Wichtig ist eine warme, gut besonnte Lage, damit sich der Boden ausreichend erwärmen kann.


Insektenschutzpotenzial

Offene Boden- und Sandflächen bieten wichtige Brutplätze für zahlreiche bodennistende Insektenarten. Werden diese Strukturen über mehrere Jahre erhalten, können sich stabile Populationen entwickeln. Die Maßnahme trägt besonders zur Fortpflanzung und Überwinterung bei und ergänzt blütenreiche Flächen wirkungsvoll.


Hinweise zur Umsetzung

Nistbiotope entstehen zum Beispiel durch das Freilegen von Erdflächen, das Aufreißen von Böschungen oder das Anlegen von Sand- oder Lösshügeln. Sowohl kleine offene Stellen ab etwa einem Quadratmeter als auch größere Hügel sind geeignet. Bei Aufschüttungen oder Bodenaustausch sollte eine Tiefe beziehungsweise Höhe von etwa 50 Zentimetern eingeplant werden, damit ausreichend tiefe Nistgänge möglich sind.
Die Nistflächen sollten von einem schmalen unbehandelten Randstreifen sowie einem extensiv gepflegten Umfeld umgeben sein. In der näheren Umgebung ist ein vielfältiges Blütenangebot wichtig.

Da offene Bodenstellen mit der Zeit zuwachsen, ist eine gelegentliche Erneuerung oder Nachpflege erforderlich. Idealerweise bleiben die Flächen mindestens drei Jahre ungestört, damit mehrere Insektengenerationen profitieren können.


Weiterführende Informationen

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