Kategorie: Ackerbau – Produktionsseparierte Maßnahme
– mehrjährig

Ein Käferwall als ergänzende Struktur © Josephine Kuczyk

Beschreibung

Insektenwälle werden als niedrige Erdwälle an oder mittig  in Ackerschlägen angelegt und mit einer speziellen Saatgutmischung angesät, um insbesondere die Überwinterung und Vermehrung räuberischer Käferarten und Spinnen zu fördern (s. auch Praxisbeispiel).


Standort-Eignung

Geeignete Standorte sind alle Äcker. Optimal ist die schlagteilende Anlage inmitten großer Ackerschäge.


Insektenschutzpotenzial

Insektenwälle bieten Überwinterungshabitate für räuberische Lauf- und Kurzflügelkäfer und Spinnen, besonders im Boden unter dichten Grashorsten und Rosetten, . Der Wall ist gut drainiert ist und erwärmt sich im Frühjahr schneller. Dies begünstigt einen frühen Schlupf der Käfer im Frühjahr, eine Ausbreitung in die angrenzenden Ackerflächen und dadurch die Schädlingsregulierung in kritischen Zeiträumen für das Schädlingsauftreten. Die Menge überwinternder Insekten ist oft vergleichbar mit der in Heckensäumen. Zusätzlich werden Blütenangebote, Lebensraum und Ausbreitungskorridore für Blütenbesucher und Heuschrecken geschaffen.


Hinweise zur Umsetzung

Der Wall wird durch wiederholtes Pflügen von zwei Seiten auf ca. 50 cm Höhe angehäuft. Durch Zusammenpflügen eines etwa 8 m breiten Streifens wird so ein breiter Wall mit einer etwa 1,5-2,5 m breiten Krone errichtet.

Wenn sich der Wall gesetzt hat, wird eine mehrjährige Pflanzenmischung angesät. Die Mischung enthält besonders horstbildende Gräser, unter denen Laufkäfer bevorzugt überwintern. Zu empfehlen sind Gewöhnliches Knaugras, Wolliges Honiggras, Glatthafer und Wiesen-Lieschgras. Da auch Rosetten von Staudenpflanzen für die Überwinterung günstig sind, und um auch blütenbesuchende Nützlinge und weitere Insekten zu fördern, ist eine Kombination mit einer standortangepassten mehrjährigen Blühmischung sinnvoll. Möglich ist sowohl eine Mischung mit den Gräsern oder die Ansaat als Blühstreifen neben dem Insektenwall. Der Insektenwall wird mindestend 2 bis 5 Jahre oder dauerhaft belassen.


Weiterführende Informationen

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