Brachstreifen und -flächen mit Bodenruhe
Kategorie: Ackerbau – Produktionsseparierte Maßnahme
– mehrjährig

Beschreibung
Anlage von Brachstreifen und -flächen zur Förderung von Saumarten und bodenbrütenden Insekten.
Standort-Eignung
Besonders geeignet sind südexponierte, windgeschützte Bereiche auf geringer bis mittlerer Bodengüte mit wenig Problembeikräutern (z.B.Ackerkratzdistel). Die Nähe zu standorttypischer Saumvegetation ist förderlich.
Insektenschutzpotenzial
Nach einer 2-jährigen Ruderalphase, in der typische Beikräuter und Störungszeigerpflanzen dominieren, etablieren sich Saumarten und Stauden, die Nahrung (Blüten und Samen) für verschiedene Insekten und damit auch Beute für Prädatoren bieten. Brachen bieten Deckung und sind ein geeignetes Fortpflanzungshabitat durch verminderte Störung. Fortpflanzungsstadien der in der vorherigen Kultur aufgetretenen Insekten bleiben teilweise erhalten. Darüber hinaus werden umliegende Biotope vor Belastungen durch Austräge von Nährstoffen oder Pflanzenschutzmitteln abgepuffert.
Hinweise zur Umsetzung
Zur Standortwahl für Brachflächen sollte das Auftreten schützenswerter Ackerwildkräuter erhoben werden. Wo diese nicht auftreten, ist eine längerfristige Brache geeignet. Die Brache wird für 2 bis 5 Jahre am selben Standort ohne Bodenbearbeitung beibehalten. Für Flächen mit wertvollem Ackerwildkrautbestand sind dagegen die Maßnahmen kurzfristige Brachen und Bewirtschaftung als Lichtäcker vorzuziehen.
Die Brache beginnt mit dem Belassen der Stoppel von Getreide, Raps oder Mais, oder durch eine Saatbettbereitung. Es erfolgt eine Selbstbegrünung . Beim Auftreten von problematischen Beikräutern werden diese vor Samenreife durch einen Schröpfschnitt gemäht. Darüber hinaus ist auf max. der Hälfte der Fläche eine jährliche Pflegemahd ab Juli, oder ganzflächig eine extensive Schaf-/Ziegenbeweidung ab August möglich. Kleinflächige Stilllegungen von 0,05 bis 0,1 ha Größe, wie z.B. 5-10 m breite und 100 m lange Streifen, haben sich als effizient erwiesen. Streifen ab 9 m Breite sind zusätzlich günstig für bodenbrütende Vögel.
Weiterführende Informationen
- Maßnahmenbeschreibung von Fairpachten: Ackerbrache mit Selbstbegrünung (abgerufen am 06.02.2026)
- Maßnahmenbeschreibung F.R.A.N.Z.-Projekt: Brache (abgerufen am 06.02.2026)
- Maßnahmensteckbrief aus „Wissenssynthese für das Maßnahmenprogramm Insektenschutz Brandenburg“ (ZALF e. V. 2020): Brachen in Grün- und Ackerland fördern, Seite 92 (abgerufen am 19.02.2026)
- Gottwald, F. und K. Stein-Bachinger (2016): Landwirtschaft für Artenvielfalt – Ein Naturschutzmodul für ökologisch bewirtschaftete Betriebe (WWF Deutschland) auf Seite 80, dort: Ein- bis mehrjährige Ackerstilllegungen (abgerufen am: 25.3.2026)
- Stommel, C., N. Becker, T. Muchow und M. Schmelzer (2018): Maßnahmen- und Artensteckbriefe zur Förderung der Vielfalt typischer Arten und Lebensräume der Agrarlandschaft, auf Seite 200, dort: Ackerbrache mit Selbstbegrünung & auf Seite 210: Einsaatbrachen mit Blühflächen, Blühstreifen (abgerufen am: 25.3.2026)
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