Kategorie: Sonstige Biotopmaßnahmen – Produktionsseparierte Maßnahme – mehrjährig

Lineare Gehölzstrukturen © Florian Lauer

Beschreibung

Bestehende Hecken in schlechtem ökologischen Zustand werden durch gezielte Pflege und Ergänzung ökologisch aufgewertet. Wichtig sind strukturreiche Übergänge zwischen Gehölz und offenem Saum. Durch das Belassen von Alt- und Totholz, eine unregelmäßige Form der Hecke und die Förderung natürlicher Sukzession entstehen vielfältige Lebensräume für Insekten (siehe auch Praxisbeispiel Hecken pflanzen).


Standort-Eignung

Geeignet sind vorhandene Hecken an Feldrändern, Wegen und anderen Saumstrukturen. Besonders wertvoll sind Standorte mit Vernetzungsfunktion zwischen bestehenden Lebensräumen. In offenen Landschaften sind niedrig gehaltene Hecken oft günstiger als hohe Gehölzstrukturen.


Insektenschutzpotenzial

Aufgewertete Hecken bieten ein vielfältiges Blütenangebot, Rückzugsräume, Brutplätze sowie Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten. Früh blühende Gehölze sind eine besonders wichtige Nahrungsquelle für Bestäuber, aber auch manche räuberische Insekten welche auch Pollen als Nahrung nutzen, im Frühjahr. Die windgeschützten Säume fördern zudem Schmetterlinge und wärmeliebende Insekten. Die Funktion im Biotopverbund wird wiederhergestellt.


Hinweise zur Umsetzung

In bestehende Hecken werden Lücken, abgestorbene und schmale Bereiche, oder solche mit unzureichenden Saumstrukturen mit regionaltypischen insektenfördenden Arten nachgepflanzt. Ausläuferbildende, dominante und fremdländische Gehölze werden entfernt und ggf. eine klassische Heckenpflege durchgeführt. Alt- und Totholz werden belassen und breite,  gestufte Säume angelegt, um den ökologischen Wert zu erhöhen. Blühpflanzen können sowohl im Saum als auch zwischen Gehölzen eingesät werden.

Eine anfängliche Pflege der Neupflanzungen oder Ansaaten  erforderlich, um diese gut zu etablieren (Gießen, Eindämmung konkurrierender Vegetation). Eine gelegentliche Heckenpflege (abschnittsweiser Rückschnitt) kann über Förderprogramme unterstützt werden. Ziel ist eine durchgängige, aber unregelmäßig gestaltete Gehölzstruktur, wo durch kleinere Lücken und ungerade Pflanzlinien Sukzessionsstadien und Übergangsbereiche von Gehölz und Saum entstehen.


Weiterführende Informationen

 

 

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