Anlage und Aufwertung von Feldgehölzen
Kategorie: Sonstige Biotopmaßnahmen – Produktionsseparierte Maßnahme – Mehrjährig

Beschreibung
Feldgehölze und Baumgruppen in der Offenlandschaft sind wertvolle Lebensräume für zahlreiche nützliche und spezialisierte Insektenarten. Ihre ökologische Bedeutung kann durch Ergänzung um weitere Arten und artenreiche Säume deutlich gesteigert werden.
Standort-Eignung
Feldgehölze sollten vor allem dort angelegt werden, wo Landschaftselemente fehlen oder naturnahe Lebensräume miteinander vernetzt werden können (siehe auch Praxisbeispiel Hecken pflanzen). Bestehende Feldgehölze mit wenigen Arten, reinem Baumbestand und unzureichenden Säumen eignen sich für eine Aufwertung. Auf weiträumigen Grünlandflächen mit Bedeutung für Wiesenvögel oder einer wertvollen Vegetation sind dagegen gehölzfreie Strukturen zu erhalten.
Insektenschutzpotenzial
Feldgehölze bieten Nahrung, Brutplätze und Überwinterungsquartiere für eine Vielzahl von Insekten. Blühende Gehölze stellen zum Beispiel eine wichtige Pollenquelle für Nützlinge und Jagdrevier für Blattlausräuber im zeitigen Frühjahr dar. Alte Eichen sind besonders wertvoll für seltene Käferarten und Falter. Die Kombination aus Gehölz, Saum und offenen Bereichen schafft vielfältige Mikrohabitate.
Hinweise zur Umsetzung
Feldgehölze werden neu angelegt, artenarme Gehölze um weitere Arten ergänzt, oder reine Baumgruppen um Strauchbereiche erweitert. Dazu werden einheimische Gehölze ausgewählt, die in die regionale Landschaftsstruktur passen. Die Pflanzung unterschiedlich hoher Gehölze sollte so ausgerichtet werden, dass sie sich nicht beschatten, um sonnige Bedingungen für Blüten- und Fruchtbildung und wärmeliebende Insekten zu gewährleisten. Alte Bäume, Alt- und Totholz werden gezielt erhalten. Alternativ oder ergänzend zur Pflanzung können Sukzessionsflächen ausgezäunt und Schichtholz angelegt werden.
Die Gehölze sollten durch umgebende Säume ergänzt werden, die vor Nähr- und Schadstoffeinträgen sowie Wurzelverletzungen schützen. Eine nur einseitige Saumanlage kann den Flächenbedarf begrenzen, sofern in 10 m Umkreis um Bäume nicht gepflügt wird.
In einigen Bundesländern sind Fördermöglichkeiten für die Gehölzpflanzung, Pflege und Schaffung von Landschaftselementen verfügbar; für die Anerkennung als Landschaftselemente gelten Mindestgrößen.
Weiterführende Informationen
• WWF Deutschland (2026): Pflanzt du noch oder summt es schon? Praktische Tipps zur Auswahl insektenfreundlicher Pflanzen.
• Deutscher Verband für Landschaftspflege e. V. (2006): Landschaftselemente in der Agrarstruktur – Entstehung, Neuanlage und Erhalt (aufgerufen am 04.03.2026)
• Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (2012): Leitfaden zur Verwendung gebietseigener Gehölze (aufgerufen am 04.03.2026)
• Maßnahmensteckbrief aus „Wissenssynthese für das Maßnahmenprogramm Insektenschutz Brandenburg“ (ZALF e. V. 2020): Hecken, Baumreihen, Ufer- und Feldgehölze erhalten und neu anlegen, Seite 92f. (aufgerufen am 04.03.2026)
• Gottwald, F. & Stein-Bachinger, K. (2016): Landwirtschaft für Artenvielfalt. Naturschutzmodul für ökologisch bewirtschaftete Betriebe, Seite 138 f.: Einzelgehölze (aufgerufen am 04.03.2026)
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