Streuobstwiesen gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotoptypen in Europa. Streuobstwiesen sind einer der artenreichsten Lebensräume, die wir in Mitteleuropa haben. Man schätzt, dass ungefähr 5000 Tier- und Pflanzenarten in diesem Biotop heimisch sind. Leben findet man in allen „Etagen“ einer Streuobstwiese: Zum einen im Unterwuchs, den Wiesen, in der unzählige blühende Kräuter und Gräser wachsen. Von diesen wiederum leben sehr viele Insekten, welche den Nektar als Nahrungsquelle nutzen. Ein Stockwerk höher in den Bäumen leben Vögel, Fledermäuse und kleine Säugetiere, die sich in Höhlen im Stamm zurückziehen und nisten können. Diese wiederum machen Jagd auf die Insekten. So schließt sich der Kreislauf des Lebens im Ökosystem Streuobstwiese und macht sie zu einem wichtigen Natur- und Kulturschatz. Die biologische Vielfalt kann aber nur bewahrt werden durch angepasste Nutzung und Pflege. Die Wiese muss ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden. Bei häufigerer Mahd entstehen Graswüsten, in denen keine Pflanze blüht. Zu wenig Mahd fördert das Aufkommen von Sträuchern und Bäumen, welche die Artenvielfalt der Wiesen beeinträchtigen. Das Mahdgut muss abtransportiert werden, damit es das nachwachsende junge Gras nicht erstickt und Licht und Luft an den Untergrund lässt. Zudem käme eine Menge an Nährstoffen in den Boden – eine Fettwiese bzw. -weide entsteht. Damit sich eine große Artenvielfalt in den Wiesen einstellt, muss der Boden mager sein. Nur so können artenreiche bunt blühende Magerwiesen- bzw. -weiden entstehen. Daher muss der Boden ausgehagert werden. Titelbild: Schachbrettfalter auf einer Blüte. / Foto: Stephanie Schubert