Unter dem Motto „Parks for Health“ machen die europäischen Schutzgebiete in diesem Jahr zum Europäischen Tag der Parks (eng. European Day of Parks) gemeinsam auf die Verbindung von Natur und menschlicher Gesundheit aufmerksam. Mit einer europaweiten Kampagne zeigen die europäischen Schutzgebiete mit vielen virtuellen Angeboten, welche positive Wirkung die Natur auf die Gesundheit der Menschen hat. Aufenthalte und moderate Bewegung in der Natur fördern sowohl die psychische als auch die physische Gesundheit, sie haben nachweislich sogar therapeutische Wirkung. Der Kontakt zur Natur ist wichtig für die geistige und körperliche Gesundheit. Die Schutzgebiete geben den Menschen Raum, sich in der Natur aufzuhalten und tragen damit zur Gesundheitsförderung durch positive Naturerlebnisse bei. Die positiven Effekte für unsere Gesundheit sind messbar: Der Blutdruck und der Pegel an Stresshormonen im Blut sinken. Die körperliche Ertüchtigung in Naturräumen stärkt nachweislich das Immunsystem und hebt den Vitamin-D-Spiegel an. Studien konnten nachweisen, dass sich die Zahl der natürlichen Abwehrstoffe gegen Viren und Krebszellen im Blut erhöhte. Sogar gegen Depressionen, Schlafstörungen und neurodegenerative Erkrankungen wie Demenz hilft ein regelmäßiger Aufenthalt in der Natur. Als Kraftquelle steigert die Natur die Konzentrationsfähigkeit und hellt die Stimmung auf. Die Natur erdet. Die positiven Sinneseindrücke, wie das Rauschen eines Baches oder der Blütenduft einer Wiese, befreien von Hektik und Stress im Alltag. In einer zunehmend urbanisierten Welt sind Freizeitangebote in der Natur besonders wichtig. Naturparks, Biosphärenreservate und Nationalparks bieten den Menschen vielfältige Möglichkeiten, sich sportlich in der Natur zu betätigen. Die abwechslungsreiche Landschaft in den Schutzgebieten lädt dazu ein, länger und häufiger darin zu verweilen und sich zu bewegen, Kontakt zwischen Mensch und Natur herzustellen und die Menschen für deren Erhalt zu sensibilisieren. Schutzgebiete fungieren als Begegnungsorte, sie bieten grüne Räume für den sozialen Austausch als Mittel gegen Einsamkeit und Depressionen. Das gemeinsame Naturerleben zum Beispiel auf Wanderungen, die unter anderem von den Schutzgebietsverwaltungen angeboten werden, stärken den Zusammenhalt der Gemeinschaft. Ganz nebenbei kann den Erholungssuchenden auch die Bedeutung von Schutzgebieten sowie Sinn und Zweck von Naturschutzmaßnahmen vermittelt werden, denn Umweltbildung ist ein weiteres wichtiges Arbeitsfeld der Mitarbeiter*innen in den Schutzgebieten. Mittlerweile gibt es immer mehr Angebote für gesundheitsfördernde Maßnahmen in den Schutzgebieten. Angefangen von Trimm-Dich-Pfaden, die vor allem der körperlichen Fitness dienen, bis zum Waldbaden, einem nicht mehr ganz so neuen Trend aus Japan, dem „shinrin-yoku“, welches zur ganzheitlichen Entspannung dient. Die Atmosphäre des Waldes wird dabei bewusst aufgenommen und mit allen Sinnen erfasst. Innere Ruhe und Entspannung werden gefördert. Die positive Wirkung beruht vor allem auf ätherischen Ölen, sogenannten Terpenen, die von den Bäumen in die Luft abgegeben werden. Diese regen die Bildung von Abwehrzellen des Körpers an. Das Immunsystem wird gestärkt. Es gibt mittlerweile einige touristische Angebote mit geführten Waldbaden-Touren, zum Beispiel im Nationalpark Hainich. Weitgehend unberührte Naturräume, wie beispielsweise Moore und Wälder, wie es sie in den Nationalen Naturlandschaften gibt, leisten auch indirekt einen wichtigen Beitrag für die menschliche Gesundheit: Durch ihre Ökosystemleistungen wie Kohlenstoffspeicherung sowie Luft- und Wasserfilterung stellen sie den Menschen unentgeltlich frische Luft und sauberes Wasser bereit und tragen maßgeblich zum Klimaschutz bei. Durch traditionelle ökologische Landwirtschaft in Biosphärenreservaten und Naturparks werden hochwertige und gesunde Lebensmittel produziert, die für eine gesunde Ernährung wichtig sind. Die Nationalen Naturlandschaften schützen wertvolle Ökosysteme und fördern nachhaltige Landnutzungsformen, um diese Ökosystemleistungen für nachfolgende Generationen zu sichern. Der European Day of Parks findet dieses Jahr ausschließlich virtuell statt. Die Schutzgebiete bieten verschiedene virtuelle Mitmachangebote an, zum Beispiel Videos oder Dokumentationen zu den Schutzgebieten, Online-Naturwanderungen, virtuelle Rundgänge in den Informationshäusern oder Lernspiele und Rätsel für die Umweltbildung. Auch sportliche Aktivitäten wie Online-Yoga-Kurse und einige weitere Angebote runden das Programm des Day of Parks ab. Hintergrund: Der „European Day of Parks“ Der „European Day of Parks“ findet jährlich am 24. Mai statt und würdigt die europäischen Großschutzgebiete und deren Leistungen für die Gesellschaft. Jedes Jahr findet die Veranstaltung unter einem bestimmten Thema statt. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung auf der Verbindung zwischen Natur und Gesundheit unter dem Motto „Parks for Health“, deutsch: „Natur – Deine Quelle für Gesundheit“. Bereits seit 1999 organisiert die EUROPARC Federation e. V. an diesem Tag eine europaweite Kampagne, an der alle Mitglieder mit eigenen Beiträgen teilnehmen, um die Besonderheiten jedes Schutzgebietes zu präsentieren. Der Dachverband der deutschen Nationalparks, Biosphärenreservat, Naturparks und zertifizierten Wildnisgebiete, Nationale Naturlandschaften e. V., unterstützt die europaweite Kampagne der EUROPARC Federation e. V. EUROPARC Federation e. V. Die EUROPARC Federation e. V. ist die Dachorganisation der europäischen Großschutzgebiete. Der eingetragene Verein repräsentiert rund 400 Mitglieder in 35 Ländern und hat seinen Sitz in Regensburg. Als größtes Netzwerk der europäischen Schutzgebiete vertritt er auch deren Interessen und verleiht den Gebieten eine gemeinsame Stimme. Der Verband unterstützt seine Mitglieder in der internationalen Zusammenarbeit in allen Aspekten des Schutzgebietsmanagements und beim Erhalt des natürlichen und kulturellen Erbes in Europa. Mitglieder sind Schutzgebietsverwaltungen, staatliche Behörden des Naturschutzes, NGOs und teilweise auch gewerbliche und touristische Akteure in fast allen Ländern Europas. Die Organisation kooperiert mit „Schwesterorganisationen“ zum Beispiel in den USA. Nationale Naturlandschaften e. V. Nationale Naturlandschaften e. V. ist der Dachverband, unter dem sich alle deutschen Nationalparks, Biosphärenreservate und zertifizierten Wildnisgebiete sowie ein Teil der Naturparks zusammengeschlossen haben. Der gemeinnützige Verein ist Träger der Dachmarke „Nationale Naturlandschaften“. Weit über 100 „Nationale Naturlandschaften“ gibt es in Deutschland – vom Wattenmeer über mitteldeutsche Flusslandschaften bis zu den Alpen. Alle haben das gemeinsame Ziel, die Natur- und Kulturlandschaften zu schützen und zu bewahren und sie auch für Besucher*innen erfahrbar zu machen. Foto: Dominik Ketz