Ein betörend würziger Duft liegt über den Streuobstwiesen: Es ist Mahdzeit! Ohne regelmäßiges Mähen der Wiese dringen Sträucher und Büsche immer mehr vor, bis schließlich ein Wald entstehen würde und die typische Artenvielfalt verloren ginge. Damit sich nicht nur die starken durchsetzen, ist regelmäßiges Mähen zweimal im Jahr wichtig. Die Mahd bietet den Wiesenkräutern und -gräsern den Vorrang und verhindert, dass sich stärkere Sträucher ausbreiten und sie verschatten und verdrängen. Mittlerweile ist das Gras kniehoch gewachsen und musste gemäht werden. Das ist wichtig für die Wiesen, denn nur so kann die biologische Vielfalt mit einem großen Artenreichtum erhalten bleiben. Aber auf den Zeitpunkt kommt es an! Die Mahd darf nicht zu früh im Jahr aber auch nicht zu spät erfolgen. Nicht die gesamte Wiese wird auf eine Länge gestutzt, sondern nur teilweise gemäht und das zu verschiedenen Zeitpunkten im Jahr. Es entsteht ein Mosaik aus langen und kurzen Grasflächen. Empfohlen ist ein Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Juni, nach der Hauptblütezeit der Kräuter und Gräser und eine zweite Mahd noch einmal drei Wochen vor der Obsternte. Bestimmte Vögel wie der Wachtelkönig brüten bis Anfang September in den Wiesen. Zu kurz darf die Wiese auch nicht sein, denn sonst fehlen den Insekten die Versteckmöglichkeiten. Daher wird die Wiese auf minimal 8 cm gekürzt.
Die Wiese beginnt zu verbuschen, wenn nicht regelmäßig gemäht wird. / Foto: Schwäbisches Streuobstparadies e.V.
Echte Schlüsselblume / Foto: Schwäbisches Streuobstparadies e.V.