Hochschnitt bei der Mahd
Kategorie: Grünland – Ackerbau – Sonstige Biotopmaßnahmen
– Produktionsintegrierte Maßnahme – ein- oder mehrjährig

Beschreibung
Beim Hochschnitt wird das Gras nicht bodennah gemäht, sondern mit einer erhöhten Schnitthöhe. Dadurch bleiben Pflanzenstängel und ein Teil der Vegetation erhalten. Diese Form der Mahd reduziert Verluste von Insekten .
Standort-Eignung
Der Hochschnitt eignet sich für Grünland, Ackerfutterflächen und Saumstrukturen. Besonders sinnvoll ist er beim ersten Schnitt im Jahr sowie während der Sommermonate, wenn viele Insekten aktiv sind und empfindliche Entwicklungsstadien der Insekten im Bestand vorkommen.
Insektenschutzpotenzial
Eine höhere Schnitthöhe bietet Insekten mehr Deckung und schützt sie vor Austrocknung, insbesondere Heuschrecken. Eier, die an Pflanzenstängeln abgelegt werden – etwa von Bläulingen – bleiben erhalten. Gleichzeitig regeneriert sich die Vegetation schneller, Kräuter werden geschont und Blühphasen setzen früher wieder ein. Insgesamt werden Gefährdungen durch die Mahd deutlich reduziert, vor allem in Kombination mit weiterer insektenschonender Bewirtschaftung.
Hinweise zur Umsetzung
Als günstig gelten Schnitthöhen zwischen etwa 8 und 15 Zentimetern. Besonders wirksam ist ein effektiver Freiraum von mindestens 10 Zentimetern unter dem Mähwerk, was meist durch eine Einstellung auf rund 12 Zentimeter Mahdhöhe erreicht wird. Dies kann technisch durch den Einbau von Kufen unter dem Mähwerk umgesetzt werden. Für einzelne empfindliche Arten, wie die Kurzflügelige Schwertschrecke, sind sogar Schnitthöhen von etwa 15 Zentimetern sinnvoll. Der Hochschnitt kann auf Teilflächen angewendet werden. Er entfaltet seine größte Wirkung, wenn er bei mehreren Mahdterminen im Jahr umgesetzt wird.
Weiterführende Informationen
- Gottwald, F., Stein-Bachinger, K. (2016): Landwirtschaft für Artenvielfalt. Naturschutzmodul für ökologisch bewirtschaftete Betriebe, S. 68 f. Hochschnitt im Kleegras sowie S. 120 ff.: Hochschnitt im Grünland (abgerufen am 19.02.2026)
- Maßnahmenbeschreibung aus „Wissenssynthese für das Maßnahmenprogramm Insektenschutz Brandenburg“ (ZALF e.V. 2020): Insektenschonende Mähtechnik verwenden, Seite 130f. (abgerufen am 19.02.2026)
- Stommel, C., N. Becker, T. Muchow und M. Schmelzer (2018): Maßnahmen- und Artensteckbriefe zur Förderung der Vielfalt typischer Arten und Lebensräume der Agrarlandschaft, auf Seite 283, dort: Naturverträgliche Mahd (abgerufen am: 25.3.2026)
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