Bitte melde dich über die Registrierungsseite bei je einem von vier zur Wahl stehenden Workshops am Donnerstag, den 24. April und Freitag, den 25. April 2025 an.

Die Teilnehmendenzahl pro Arbeitsgruppe ist auf ca. 15 Personen begrenztfirst come, first served! Bitte gib daher auch eine zweite und dritte Priorität an, für den Fall, dass es mit deinem Wunsch-Workshop nicht klappen sollte.

Wir teilen dir rechtzeitig im Vorfeld des Einführungsseminars deine Workshops mit.

Und darum geht es in den Workshops:

 Themenspezifische Workshops am Donnerstag, 24. April 2025

  1. Gibt es in Deutschland Platz für echte Wildnis? – Entwicklung von Wildnisangeboten
    Lukas Laux, Leiter Bildung Nationalpark Bayerischer Wald und Sinan von Stietencron, Künstler und Philosoph

Umweltpraktikant*innen sitzen im Kreis auf einer Lichtung inmitten abgestorbener Bäume.„Natur Natur sein lassen“ ist das Leitthema der Nationalparke, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Eine neue Wildnis soll hier entstehen – doch funktioniert das wirklich und wie lässt sich diese nicht unumstrittene Idee den Menschen näherbringen? Bei einer Wanderung durch die entstehende Wildnis erarbeiten wir gemeinsam Ideen zu „richtig wilden“ pädagogischen Angeboten und Programmen. Wildnis ist ein kultureller Begriff, bei dem es keine klare Definition gibt. In einer philosophischen Runde werden die vielfältigen Facetten dieses Begriffs beleuchtet.

Eckdaten: Anspruchsvollere Wanderung querfeldein von max. 5 km, Arbeitsphasen im Seminargebäude des Wildniscamps

  1. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit in Schutzgebieten – Chancen und Herausforderungen
    Julia Reihofer, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit Nationalpark Bayerischer Wald

Über 1,4 Millionen Gäste kommen Jahr für Jahr in den Nationalpark Bayerischer Wald. Dabei informieren sich die Menschen mittlerweile auf völlig verschiedenen Kanälen über das Schutzgebiet. Moderne Kommunikation fängt daher zwar immer noch mit der klassischen Pressemitteilung an, hört dort aber längst nicht auf.

Nach einem kurzen theoretischen Einstieg in Medien- und Öffentlichkeitsarbeit allgemein, folgen praktische Übungen zu den Themen Pressemitteilung und Social Media.

Eckdaten: Wir bleiben auf dem Außengelände des Wildniscamps, Arbeitsphasen im Seminargebäude des Wildniscamps

  1. Wasser, Landschaft, Klimawandel – welche Rolle spielen dabei Moore?
    Rabea Klümpers, Bereich Forschung und Naturschutz Nationalpark Bayerischer Wald

Sieben junge Erwachsene arbeiten mit Harken auf einem Sandwall, im Vordergrund ein mit Binsen bewachsenes Gewässer, im Hintergrund WaldWasser ist für eine lebendige Landschaft unverzichtbar. Durch anthropogene Veränderungen und den Klimawandel geht das Wasser in der Landschaft verloren. Besonders in Moorgebieten führt dies zum Verlust einzigartiger, hoch spezialisierter Arten und Landschaftstypen. Moore trocknen aus und wandeln sich von Kohlenstoffsenken zu Kohlenstoffquellen. Vor dem Hintergrund des Klimawandels wird es daher immer wichtiger, Wasser wieder zurück in die Landschaft zu bringen und Moore zu revitalisieren. Wir beschäftigen uns damit, wie dies erreicht werden kann.

Wie kann eine Moorrenaturierung ablaufen? Was muss dabei beachtet werden und was sind die langfristigen Auswirkungen? Diesen Fragen gehen wir im Rahmen einer Exkursion zu einer Moorfläche im Nationalpark nach. Bei guten Witterungsbedingungen werden wir aktiv an einer Moorrenaturierung arbeiten.

Eckdaten: Exkursion mit geringen Gehstrecken – allerdings in etwas unwegsamem Gelände; evtl. Arbeitseinsatz vor Ort. Shuttle mit Kleinbussen von min. 15 bis max. 40 Minuten einfache Fahrtstrecke, je nach Standort. Wetterfeste Kleidung (Regenjacke & Regenhose) und gutes Schuhwerk zwingend erforderlich, die ggf. auch schmutzig werden können. Falls vorhanden: Gummistiefel (einige wenige können auch im Wildniscamp ausgeliehen werden).

  1. Nature Journaling – Zeichnerische Zugänge zur Natur
    Ella Krapf, Waldführerin Nationalpark Bayerischer Wald

Umweltpraktikantin hält lächelnd ihr Nature Journal in die Kamera, eine weitere Praktikantin liegt neben ihr auf der Wiese.Nature Journaling heißt neu Sehen lernen. Mit Stift und Papier üben wir uns wieder darin, genauer zu beobachten und lassen unserer Neugier freien Lauf. Wir stellen die “Fragen hinter den Fragen”, tauchen mit allen Sinnen in unsere Umgebung ein und gehen gemeinsam auf eine spannende Entdeckungsreise. Selbst alltägliche Naturgegenstände werden wieder zu wertvollen Schätzen, die uns ihre Geschichten erzählen.

Diese dokumentieren wir in unseren “Natur Journalen” auf ganz individuelle Weise und erschaffen so eine wertvolle Sammlung unserer verbindenden Naturerlebnisse. Im Fokus steht die Freude am kreativen Ausdruck, das Genießen des einfach Da-Seins und das Knüpfen neuer Beziehungen zur Natur in all ihren Facetten.

Eckdaten: Wir bleiben auf dem Außengelände des Wildniscamps; Skizzenheft und Stifte werden gestellt (falls vorhanden, gerne auch eigenes Skizzenbuch, Buntstifte, Aquarellkasten mitbringen)

 Themenspezifische Workshops am Freitag, 25. April 2025

  1. Grenzgänger Wolf – Herausforderungen und Chancen in der Umweltbildung
    Petra Jehl, Rangerin

2017 ist nach über 150 Jahren wieder ein Wolfsrudel in den Nationalpark Bayerischer Wald zurückgekehrt – das erste freilebende Wolfsrudel Bayerns. Die Rückkehr der einst einheimischen Tierart sorgt nicht nur für Freude, sondern wird gesellschaftlich sehr kontrovers diskutiert. In der Umweltbildung des Nationalparks spielt das Raubtier schon seit Jahren eine wichtige und attraktive Rolle.

In diesem Workshop beschäftigen wir uns sowohl mit wölfischen Umweltbildungsangeboten für Kinder und Jugendliche im Nationalpark, als auch mit Angeboten für Erwachsene. Neben dem Erleben von vorhandenen Konzepten und Materialien steigen wir tief in die Wolfsdebatte ein und beschreiten gemeinsam neue, kreative, informative, spielerische und philosophische Wege, um das Thema Wolf noch besser an unsere Zielgruppe zu bringen.

Eckdaten: nach 1,5 stündiger Wanderung im Gelände Fortsetzung des Workshops im Haus zur Wildnis

  1. Die lebendigen Spuren des Todes – Hotspots der Biodiversität
    Lea Gerhäußer, Studentin Geoökologie, Jens Schlüter, Nationalpark Bayerischer Wald, Dr. Christian von Hoermann, Projektkoordinator Aasprojekt Universität Würzburg

Auch wenn der Tod ein Teil des Lebens ist, findet man ihn und seine Spuren nur selten in der Landschaft. Lange herrschte die Vorstellung, dass in einem gesunden Wald keine toten Bäume oder gar tote Tiere vorkommen. Doch genau diese Spuren des Todes sind Hotspots der Biodiversität und als solche wichtig für die natürlichen Prozesse des Waldes.
Grund genug sich Tod und Zersetzung einmal genauer anzuschauen. Besondere Einblicke darauf gibt der Workshop unter anderem auch durch einen Programmpunkt direkt am Tierkadaver.

Eckdaten: Wanderung von ca. 2-8 km Länge je nach Witterung in der Nähe des Wildniscamps, Vortrag im Seminargebäude des Wildniscamps

  1. Natur für alle – Wie können wir Naturerleben barrierefrei(er) gestalten?
    Judith Dahlke, Rangerin und Günter Sellmayer, Ranger

Den Wald sehen – ohne Augenlicht… den Wind durch die Wiese rauschen hören – ohne Hörvermögen…. in die Natur gehen – mit Rollstuhl… den Wald verstehen – mit geistiger Behinderung… so what???

Jeder Mensch hat das Recht auf Teilhabe. Aber wie können wir für Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen Natur erlebbar machen?

In diesem Workshop gehen wir der Frage nach: Was ist überhaupt eine Einschränkung? Welche Möglichkeiten haben wir? Was geht, was nicht?

Mit dem E-Rolli einen barrierearmen Wanderweg erkunden, mit Brillen verschiedene visuelle Einschränkungen erleben und viele weitere praktische Übungen sollen Euch einen kleinen Ideenkoffer mit auf euren Weg geben, wie ihr individuell auf besondere Gruppen und Personen eingehen könnt.

Eckdaten: Wir bleiben im Umfeld des Wildniscamps

  1. Kunst mit und in der Natur – sich von Naturstrukturen inspirieren lassen
    Karin Bergdolt, Werkstatt für Asthetische Bildung und Zukunftsorientiertes Lernen

Die Natur ist voller unzähliger unterschiedlicher Strukturen. Die künstlerische Arbeit in und mit der Natur kann diese Strukturen nicht nur sichtbar werden lassen, sondern auch die Wahrnehmung erweitern, Kreativität anfeuern und besondere Erlebnisse schaffen. Der kreative Prozess erlaubt Offenheit, Stille und das Versinken im Augenblick.

In Übungen ohne notwendige Vorkenntnisse bietet der Workshop verschiedene künstlerische Zugänge zur Natur, aber auch Raum für das Gespräch und das Entwickeln eigener Formate für die Arbeit in den Schutzgebieten.

Eckdaten: Wir bleiben auf dem Außengelände des Wildniscamps

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