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Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)
© Florian Lauer
25. Juni 2026

Neue Wissensplattform Insektenschutz bündelt praxiserprobtes Wissen aus bundesweitem BROMMI-Projekt

Wie können Kommunen, landwirtschaftliche Betriebe, Bildungseinrichtungen und weitere Akteurinnen und Akteure wirksam zum Schutz von Insekten beitragen? Antworten auf diese Frage liefert ab sofort die neue Wissensplattform Insektenschutz des Projekts „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“. Die Plattform stellt umfangreiches Praxiswissen, erprobte Maßnahmen, Arbeitshilfen und wissenschaftliche Erkenntnisse aus sechs Jahren Projektarbeit in fünf deutschen Biosphärenreservaten zur Verfügung. Sie ist ab sofort online unter: www.nationale-naturlandschaften.de/insektenschutz.

Die Wissensplattform wurde vom Verein Nationale Naturlandschaften e. V. (NNL) gemeinsam mit den Projektpartnern WWF Deutschland und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) entwickelt. Sie bündelt die Erfahrungen aus dem Verbundprojekt BROMMI, das von 2020 bis Juni 2026 in den Biosphärenreservaten Schorfheide-Chorin, Schaalsee, Mittelelbe, Rhön und im Biosphärengebiet Schwarzwald umgesetzt wurde. Das Projekt wurde vom Bundesamt für Naturschutz und Bundesumweltministerium im Bundesprogramm Biologische Vielfalt gefördert.

Im Mittelpunkt der Plattform stehen konkrete Handlungsempfehlungen für die Praxis. Die Wissensplattform richtet sich insbesondere an Schutzgebietsverwaltungen und deren Partner aus Kommunen, Landwirtschaft und Bildungseinrichtungen sowie an alle Interessierten, die sich für den Schutz von Insekten engagieren möchten. Nutzerinnen und Nutzer finden hier eine Vielzahl an insektenfördernden Maßnahmen, die auf landwirtschaftlichen Flächen, kommunalen Grünflächen sowie auf Schul- und Kitageländen umgesetzt werden können. Ergänzt werden diese durch Praxistipps, Erfahrungsberichte, Beispiele erfolgreicher Umsetzungen sowie vielfältige Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus bietet die Plattform eine wissenschaftliche Bewertung der ökologischen Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit verschiedener Insektenschutzmaßnahmen.

„Mit der neuen Wissensplattform Insektenschutz machen wir die wertvollen Erfahrungen aus dem BROMMI-Projekt dauerhaft zugänglich. Die Erkenntnisse zeigen, dass wirksamer Insektenschutz gelingt, wenn Wissenschaft, Verwaltung, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam handeln. Unser Ziel ist es, dieses Wissen weit über die beteiligten Modellregionen hinaus verfügbar zu machen und damit konkrete Maßnahmen für mehr Insektenschutz anzustoßen.“, erklärt Peter Südbeck, Vorstandsvorsitzender von Nationale Naturlandschaften e. V.

Das Projekt BROMMI nutzte den Modellcharakter von Biosphärenreservaten, um gemeinsam mit lokalen Akteurinnen und Akteuren Maßnahmen für den Insektenschutz zu entwickeln, zu erproben und wissenschaftlich zu begleiten. Dabei realisierten bundesweit rund 130 Umsetzungspartner über einen Zeitraum von vier Jahren 35 unterschiedliche Maßnahmen auf mehr als 750 Flächen. Pro Jahr wurden durchschnittlich auf gut 550 Hektar flächige Maßnahmen, darunter Blühstreifen und Untersaaten, umgesetzt. Außerdem wurden in der Projekt-Laufzeit gut 14 Kilometer lineare Strukturen angelegt, etwa mehrjährige Säume und Hecken sowie 435 punktuelle Maßnahmen, beispielsweise Erdanrisse, Lesesteinhaufen oder Totholzstrukturen.

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nun bundesweit zur Nachahmung und Weiterentwicklung anregen. Die Wissensplattform ist ab sofort online verfügbar unter: www.nationale-naturlandschaften.de/insektenschutz.

Hintergrund

BROMMI wurde 2022 als Top-10-Projekt der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen im Bereich Kultur- und Agrarlandschaften ausgezeichnet. Es gehörte zu den größten Insektenschutzprojekten in Deutschland.

Das Verbundprojekt wurde im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Projektpartner waren die Nationalen Naturlandschaften e. V. (NNL), WWF Deutschland und das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF).

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