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Jahresbericht 2025

Schutzgebietsmanagement & Naturschutz

Unsere Vision

Wir sind davon überzeugt, dass ein qualitativ hochwertiges Schutzgebietsmanagement, handlungsfähige Schutzgebietsverwaltungen, dynamischer Wissenstransfer und bestmöglich ausgebildete Mitarbeiter*innen die Grundpfeiler für einen gelungenen großflächigen Naturschutz in den Nationalen Naturlandschaften sind. Naturschutz ist Ländersache, jedoch kennt Natur keine Grenzen.

Stetige Qualitätssicherung und -steigerung im Schutzgebietsmanagement und Naturschutz zeichnen die Nationalen Naturlandschaften aus. Sie gelingen durch bundesweit abgestimmte, möglichst einheitliche und laufend optimierte Arbeitsmethoden sowie durch gezielten Ausbau und Austausch von Expertise.

Im Überblick – die Bereichsarbeit

Das Team im Bereich Schutzgebietsmanagement & Naturschutz bearbeitet Projekte, Programme und Anfragen zu allem, was mit Qualitätssicherung und -steigerung der Nationalen Naturlandschaften zusammenhängt. Wir stehen der Mitgliedschaft mit Rat und Tat zur Seite und geben Auskunft über naturschutzfachliche Themen und beantworten Fragen rund um das Management von Schutzgebieten. Dabei berücksichtigen wir die Expertisen der Mitgliedschaft und orientieren uns an deren Bedarfen. Den fachlichen Input, den wir gern aufgreifen und möglichst in zukünftige Projekte und Programme einfließen lassen, erhalten wir auch aus den Arbeitsgruppen des Dachverbands, zum einen aus den zwei Struktur-AGs Nationalparke und Biosphärenreservate und zum anderen aus den Fach-AGs Forschung & Monitoring sowie Schutzgebietsbetreuung. Wir übernehmen hier gern die Koordination des großen Netzwerks.

Dr. Neele Larondelle leitet den Bereich sowie die Koordinierungsstelle des Integrativen Monitorings und repräsentiert den Dachverband im Vorstand des Vereins für ökologische und ökosystemare Langzeitforschung LTER-Deutschland und im Verein zur Digitalisierung der Regeln zur Nutzung der Natur Digitize the Planet. Außerdem ist sie für den BfN-Auftrag „Überprüfung und Entwicklung methodischer Ansätze zur Identifikation und Quantifizierung der Auswirkungen des Tourismus auf die biologische Vielfalt“ (TourBioMess) verantwortlich.

Anna Bach – im Team auch gerne als „Datenkrake“ bezeichnet – verfügt über einen außergewöhnlich guten Überblick über Daten, Zusammenhänge und Strukturen im Monitoringkontext. Mit ihrer analytischen Stärke und fachlichen Tiefe entwickelt sie das Integrative Monitoring zielgerichtet weiter und ist zentrale Ansprechpartnerin für die Biosphärenreservate. Seit Ende 2025 unterstützt sie darüber hinaus das Projekt „Potenzialstudie für Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes in den Nationalen Naturlandschaften“ (PANK) und trägt so dazu bei, Monitoringdaten stärker mit aktuellen naturschutzpolitischen Fragestellungen zu verknüpfen.

Stephanie Schubert unterstützt seit Jahr 2025 beim Integrativen Monitoring. Mit ihrer strukturierten Arbeitsweise und ihrer hohen Verlässlichkeit trägt sie maßgeblich dazu bei, die vielfältigen Anforderungen des Monitoringprogramms zusammenzuführen und dessen Umsetzung im Arbeitsalltag sicherzustellen. Gleichzeitig setzt sie wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Themas und stärkt dessen Bedeutung innerhalb der Nationalen Naturlandschaften.

Mira Franzen, seit April 2023 Teil des Teams, arbeitet im Projekt „Potenzialstudie für Maßnahmen des Natürlichen Klimaschutzes“ (PANK) und hat dieses insbesondere im Jahresverlauf maßgeblich mitgestaltet. Seit Ende des Jahres ist sie zusätzlich im Stiftungsprojekt „Schutzgebiete weiterentwickeln“ eingebunden, das im Kern die Umsetzung des Aktionsplans Schutzgebiete von BMUKN und BfN unterstützt und von der Stiftung Nationale Naturlandschaften verantwortet wird. Im Zuge dieser Erweiterung wird PANK seitdem durch weitere personelle Kapazitäten unterstützt. Mit ihrer hohen Einsatzbereitschaft und fachlichen Vielseitigkeit bringt sie sich in beiden Projekten wirkungsvoll ein und trägt zur erfolgreichen Weiterentwicklung zentraler Themen bei.

Anja May vertritt im Team die Themen Nationalparke und Wildnis. Sie leitet das Schlüsselprojekt zur Qualitätssicherung in den deutschen Nationalparken: die im Herbst 2021 gestartete erneute Evaluierung der deutschen Nationalparke. Seit Herbst 2024 ist sie als Vertreterin von Nationale Naturlandschaften e. V. Teil des von der EUROPARC Federation koordinierten internationalen Projekts „LIFE PAME-Europe – Managementeffektivität für Schutzgebiete in Europa“. Des Weiteren kümmert sie sich um Wildnisgebiete innerhalb der NNL-Familie und repräsentiert den Dachverband in der Initiative „Wildnis in Deutschland“. Mit ihrer großen fachlichen Expertise und Ausdauer treibt sie zentrale Qualitätssicherungsprozesse voran und stärkt die Position der Nationalparke im nationalen und internationalen Kontext.

Marla Schulz war der Geschäftsstelle bereits länger als engagierte und fachlich herausragende studentische Mitarbeiterin bekannt. Seit Sommer 2025 ist sie hauptamtlich tätig und verantwortet das Projekt „KI Nationalparke“. Mit viel Engagement treibt sie die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Kontext der Nationalparke voran. Im Rahmen des Projekts konnte umfangreiche technische Infrastruktur in den deutschen Nationalparken aufgebaut und erprobt werden, die neue Möglichkeiten für Monitoring, Datenanalyse und Management eröffnet.

Andrea Hoffmann koordiniert das Projekt „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ und betreut den Arbeitskreis Landwirtschaft der Biosphärenreservate. Mit großem Engagement verknüpft sie Naturschutz- und Landwirtschaftsthemen und stärkt den Austausch zwischen Praxis, Verwaltung und Wissenschaft.

Integratives Monitoring der Großschutzgebiete

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So viel Artenvielfalt auf nur einer Blüte: Monitoring im Nationalpark Schwarzwald, das Freude bereitet
© Anja May | Nationale Naturlandschaften e. V.
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Buntes Wiesenblumenmeer auf dem Hofgut Hopfenburg im Biosphärengebiet Schwäbische Alb © Christina Winter /Nationale Naturlandschaften e. V.
© © Christina Winter /Nationale Naturlandschaften e. V.
So viel Artenvielfalt auf nur einer Blüte: Monitoring im Nationalpark Schwarzwald, das Freude bereitet
© Anja May | Nationale Naturlandschaften e. V.

Der Prozess, ein bundesweites Integratives Monitoring in den Nationalen Naturlandschaften aufzubauen, wurde 2008 mit der Entwicklung der Indikatoren angestoßen und befindet sich seit 2017 in der Umsetzung. Von 32 Verwaltungen von Nationalparken und Biosphärenreservaten liegen die Ersterhebungsdaten inzwischen vor. Seit 2022 finanzieren die beteiligten Bundesländer über eine Verwaltungsvereinbarung das Monitoringprogramm. Nach Abschluss der ersten Folgeerhebung im Jahr 2024 begann 2025 der zweite Erhebungszyklus. In den kommenden Jahren werden durchschnittlich vier Gebiete ihre Daten erheben.

Das Vorhaben

Das Integrative Monitoring wird in 13 Nationalparken und 14 Biosphärenreservaten implementiert und soll kontinuierlich fortgeführt werden. Ziel sind die langfristige Qualitätssicherung des deutschen Schutzgebietssystems und die Erfüllung internationaler und nationaler Berichtspflichten. Gleichzeitig wird damit eine bundeseinheitliche Übersicht über die Entwicklung der einzigartigen Lebensräume der Nationalen Naturlandschaften geschaffen, die ökologische, ökonomische und soziokulturelle Aspekte miteinander verbindet. Mit dem Abschluss der Verwaltungsvereinbarung durch die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) ist die Finanzierung des Monitorings über die Bundesländer gesichert.

Umsetzungstand 2025

Sechs Biosphärenreservate starteten im Jahr 2025 die zweite Erhebungsrunde. Als Koordinierungsstelle haben wir einige zentrale Indikatoren bereitgestellt, die jährlich für alle Gebiete zu erheben sind. Für die Biosphärenreservate können diese Daten unmittelbar mit in die UNESCO-Evaluierung einfließen.

Um Daten in bestimmten Kulissen präzise darzustellen, ist für einige Schutzgebiete die Differenzierung zwischen Verwaltungs- und Schutzgebietsebene erforderlich. Aus diesem Grund beauftragten wir die Umsetzung einer strukturellen Anpassung in der Datenbank. Im Laufe des ersten Quartals 2026 soll die Anpassung in die Datenbank integriert werden.

Weitere Informationen zum integrativen Monitoring der Nationalpark und Biosphärenreservate:

Wie geht es 2026 weiter?

Es wird ein spannendes Jahr! Für ein Biosphärenreservat und drei Nationalparke geht es in die zweite Erhebungsrunde.

Projektlaufzeit: seit 2017

Finanziert durch: alle Länder außer Stadtstaaten und Schleswig-Holstein

Digitale Besucherlenkung und Digitize the Planet e. V.

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Outdoor-Apps helfen bei Touren in der Natur weiter
© pixabay / Nationale Naturlandschaften e. V.
Outdoor-Apps helfen bei Touren in der Natur weiter
© pixabay / Nationale Naturlandschaften e. V.

Die Lenkung von Besuchenden wird seit Jahrzehnten praktiziert und ist schon lange ein wichtiger Bestandteil der Arbeit in Nationalen Naturlandschaften. Bereits seit einigen Jahren bekommt die digitale Lenkung eine immer höhere Dringlichkeit. Beginnend mit der Vorstandstätigkeit bei Digitize the Planet e. V. hat der Dachverband hier nun zunehmend thematische Vernetzungsarbeit geleistet und eigene Expertise aufgebaut. Seitdem haben wir eine Reihe Basisschulungen durchgeführt und den Kontakt zu den großen Outdoorplattformen komoot und Outdooractive intensiviert.

Hintergrund

Zunehmend beschäftigt uns die Digitalisierung der Angebote der Nationalen Naturlandschaften (NNL) – und damit ihre Sichtbarkeit genau dort, wo sich Nutzer*innen heutzutage vorab informieren: auf Tourenplattformen, in Apps und durch Webrecherche. Für viele Besuchende ersetzt das Smartphone inzwischen die klassische Karte, Navigation erfolgt digital. Gleichzeitig fehlt es in diesen digitalen Räumen häufig an Informationen zu Schutzregeln und sensiblen Gebieten.

In Reaktion darauf arbeiten wir gezielt an der Integration von Schutzgebietsregeln und offiziellen Angeboten in bestehende digitale Informationskanäle – in enger Kooperation mit Partnern aus dem digitalen Tourismussektor sowie mit dem Netzwerk der Schutzgebiete.

Digitize the Planet

Der gemeinnützige Verein Digitize the Planet setzt sich weiterhin für die strukturierte Digitalisierung von Regeln in Schutzgebieten ein – weltweit und im Detail. Nationale Naturlandschaften e.  V. ist durch Dr. Neele Larondelle als stellvertretende Vorstandsvorsitzende aktiv vertreten und gestaltet die strategische Entwicklung mit.

Im Jahr 2025 wurden bedeutende Fortschritte erzielt:

  • Temporäre Sperrungen wurden als neue Datenkategorie konzeptionell erschlossen und werden im Rahmen eines geplanten DBU-Projekts technisch umgesetzt.
  • Mit der Integration der Daten in die Plattform Mapy.com wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht. Dadurch können zukünftig rund 10 Millionen Nutzer*innen – insbesondere in Osteuropa – erreicht werden.
  • Über 40 % der deutschen Schutzgebiete sind inzwischen in der Datenbank erfasst.
  • Mit Luxemburg ist erstmals ein ganzes Land als Mitglied beigetreten.

Parallel dazu wird die Integration von Begründungen („Warum“-Daten) weiter vorangetrieben, um Schutzregeln kontextbasiert, verständlicher und nachvollziehbarer in digitale Anwendungen einzubinden.

Kooperation mit Tourenplattformen

Die Rahmenbedingungen für Kooperationen mit Tourenplattformen haben sich 2025 deutlich verändert:

  • Die Plattform komoot wurde an Bending Spoons verkauft. Im Zuge der Umstrukturierung ist die direkte Kommunikation derzeit eingeschränkt, verbindliche Ansprechpartner*innen fehlen. Die Nutzung kostenfreier Accounts für Schutzgebiete besteht weiterhin.
  • Outdooractive hat sich aus der bisherigen Kooperation zurückgezogen. Kostenfreie Schutzgebietsaccounts werden künftig nicht mehr zur Verfügung stehen.

Diese Entwicklungen verdeutlichen die Notwendigkeit, die strategische Positionierung der NNL in digitalen Plattformökosystemen weiter zu stärken und neue Kooperationsformate zu prüfen.

Neue Wege in der Digitalisierung

Im Rahmen des Projekts „Digitalisierung der Naturerlebnis- und Partner-Angebote“ (siehe Bereich Regionalentwicklung) wurde der Fokus weiter auf die Verbesserung der digitalen Auffindbarkeit von Angeboten in Schutzgebieten gelegt.

Zur Unterstützung der Gebiete steht ein Leitfaden zur Orientierung auf dem Weg zu einer besseren digitalen Sichtbarkeit zur Verfügung (Link).

Der Prozess ist bewusst ohne feste Frist angelegt. Entscheidend ist die Zusammenarbeit zwischen der jeweiligen Nationalen Naturlandschaft und ihrer „zuständigen“ Tourismusorganisation (in der Regel DMO oder lokale Tourismusorganisation).

NNL e. V. und der Verband Deutscher Naturparke (VDN e. V.) begleiten diesen Prozess weiterhin, arbeiten eng mit der Deutschen Zentrale für Tourismus sowie Landes- und regionalen Tourismusorganisationen zusammen und unterstützen gebündelte Initiativen auf regionaler und Bundeslandebene. Ziel ist es, daraus übertragbare Use Cases und Best Practices für alle Schutzgebiete zu entwickeln.

Austausch

Auch im Jahr 2025 war die Geschäftsstelle auf bundesweiten Fachveranstaltungen, Messen und Workshops rund um digitale Infrastruktur, Tourismus und Besucherlenkung präsent. Nationale Naturlandschaften e.  V. nutzte diese Plattformen gezielt, um Perspektiven des Schutzgebietsmanagements in digitale Strategien einzubringen.

Projektlaufzeit: Kein Projekt – Verbandsarbeit – relevant seit 2020, perspektivisch dauerhaft getragen

Beteiligte Mitglieder: Alle

PANK – Potenzialstudie für Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes in den Nationalen Naturlandschaften

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Vom Watt bis zur Geestkante – das hoch diverse Projektgebiet an der Wurster Küste
© Norbert Hecker
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Absperrung der Moorgräben im Schönwolder Moor im Biosphärenreservat Schaalsee
© Sven Herzog
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Auslauf über Rigolen im Wald
© Nationalpark Hunsrück-Hochwald
Vom Watt bis zur Geestkante – das hoch diverse Projektgebiet an der Wurster Küste
© Norbert Hecker

Wir wollen Lebensräume wie Moore, Wälder, Auen und Küsten in ihrer Funktion als unsere wirksamsten natürlichen Klimaschützer stärken. In einer vom BfN mit Mitteln des BMUKN geförderten Potenzialanalyse identifizieren wir Beispiele guter Praxis und Potenziale für Maßnahmen des natürlichen Klimaschutzes, für den Wissenstransfer zwischen den Gebieten und für die spätere Umsetzung im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Darüber hinaus betreiben wir Öffentlichkeitsarbeit, um das Thema natürlicher Klimaschutz (be-)greifbar zu machen.

Gemeinsam stärken wir unsere wirksamsten Klimaschützer

Über ein Drittel der Nationalen Naturlandschaften (NNL) – von den Küsten bis ins Hochgebirge – sind Modellgebiete für Natürlichen Klimaschutz. Im Rahmen von PANK haben wir rund 120 Projektideen aus den NNL aufgenommen und diese 2025, wo möglich, weiter vertieft. Es haben sich weitaus mehr Modellgebiete gemeldet als zu Projektbeginn angenommen, diese Entwicklung hat uns sehr gefreut! Weniger erfreulich ist die in Teilen schleppende Veröffentlichung der Förderrichtlinien des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK). Beiden Umständen können wir glücklicherweise mit einer Aufstockung des Projektes um ein Jahr bis März 2026 begegnen, die uns erlaubt, die Modellgebiete weiter bei der Entwicklung von Projektideen für die Beantragung im ANK zu begleiten.

Damit leisten wir einen entscheidenden Beitrag dazu, gemeinsam nachhaltige Lösungen, die ein dauerhaftes Speichern von Kohlenstoff, eine landschaftliche Anpassung an Klimaveränderungen sowie den Schutz und die Wiederherstellung biologischer Vielfalt ermöglichen, in Form von konkreten Maßnahmen in den Kontext der Nationalen Naturlandschaften zu übersetzen.

Fachliche und inhaltliche Weiterentwicklung der Projektskizzen

Um individuelle Fragestellungen zu klären und Projektskizzen fachlich zu schärfen, erhielten Modellgebiete mit intensiverem Beratungsbedarf maßgeschneiderte Unterstützung durch das Planungsbüro PAN. Insgesamt begleitete PAN 18 Nationale Naturlandschaften bei der Konkretisierung ihrer Vorhaben – sei es durch die Prüfung von Renaturierungsmaßnahmen, Kostenermittlungen, GIS-Auswertungen oder Vor-Ort-Kartierungen.

Viele der Skizzen sind dadurch entscheidende Schritte vorangekommen und nun bestens für eine Förderung im Rahmen des ANK oder durch alternative Finanzierungsquellen vorbereitet.

Erfahrungsaustausch über Lebensräume hinweg

Ein weiterer Termin in unserer Webinar-Reihe zum natürlichen Klimaschutz fand Anfang 2025 zum Thema Waldökosysteme statt. Anne Peters vom Nationalpark Bayerischer Wald gab spannende Einblicke in das Wildtier- und Waldzustandsmonitoring der Nationalparke und auch aus dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH, vormals BMEL) berichtete ein Vertreter zum aktuellen Stand der Förderrichtlinien in diesem Handlungsfeld. Außerdem stellte das Biosphärengebiet Schwarzwald einige Aspekte des Waldumbaus im Klimawandel vor und der Naturpark RheinTaunus gab Einblicke in die Biodiversität und Waldzukunft im Gebiet. Alle Webinare, also auch die zu den Themen Moore, Auen, Agrarlandschaft und Wildnis, stehen weiterhin in der internen Wissensdatenbank zur Verfügung.

Infografiken und Ausstellung zum natürlichen Klimaschutz

Gemeinsam mit der Illustratorin Sophia Phildius haben wir 2025 die bestehenden Illustrationen zu detailreichen Infografiken weiterentwickelt. Begleitende Texte und Icons erklären nun – Hand in Hand mit den Darstellungen beeinträchtigter oder naturnaher Lebensräume sowie beispielhafter Renaturierungsmaßnahmen – den natürlichen Klimaschutz auf anschauliche Weise. Dank individualisierbarer Textfelder können die NNL zudem ganz einfach Informationen zu Projekten vor Ort integrieren. Die Infografiken stehen sowohl als Plakate als auch als ausleihbare Roll-Up-Ausstellung über NNL e. V. zur Verfügung. Damit lassen sich Maßnahmen im Gelände optimal begleiten oder unkomplizierte Ausstellungen in Infozentren realisieren.

Das ANK aus Perspektive der NNL

Warum haben viele Projektideen (noch) nicht zu einem ANK-Förderantrag geführt? Um das herauszufinden, haben wir zum Projektende systematisch Feedback eingeholt. Wir wollten wissen:

  • Wie ist der aktuelle Bearbeitungsstand der Skizzen?
  • Welche Erfahrungen gibt es mit den Förderrichtlinien und dem ANK allgemein?
  • Wie wurden die im Rahmen des Projektes angebotenen Beratungsleistungen wahrgenommen?

Diese Erkenntnisse helfen uns, Chancen und Hemmnisse zu identifizieren und zu kommunizieren.

Wie geht es 2026 weiter?

Bild- und Tonmaterial der Vor-Ort-Termine bildet die Basis für Social-Media-Beiträge, die im Laufe des ersten Halbjahres 2026 veröffentlicht werden. Unter Einbindung von Illustrationen sowie der eindrucksvollen Soundkompositionen von Frank und Ursula Wendeberg wird das komplexe Thema „Natürlicher Klimaschutz“ so anhand konkreter regionaler Beispiele und Gesichter aus den NNL veranschaulicht.

Der Fokus der letzten Projektphase liegt auf der Umfrageauswertung und der abschließenden Projektbilanzierung. Die Erfolge der dreijährigen Laufzeit werden in einer Online-Publikation zusammengefasst. Diese widmet sich dezidiert auch den Hemmnissen und Herausforderungen, mit denen die Nationalen Naturlandschaften bei der Umsetzung von Maßnahmen konfrontiert sind. Danke an alle Kolleg*innen in den Gebieten, die sich im bisherigen Projektverlauf mit Projektideen, Beiträgen zu Beispielen guter Praxis für die Webinare, ihrer fachlichen Expertise bei den Terminen vor Ort, ihren Fragen während der offenen Fragerunden und in zahlreichen bilateralen Gesprächen eingebracht haben. Gemeinsam stärken wir unsere wirksamsten Klimaschützer.

Projektlaufzeit: April 2023 bis März 2026

Geföhrdert durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Förderkennzeichen: 3522NK040B

Beteiligte Mitglieder: 51 Modellgebiete (27 Naturparke, 14 Biosphärenreservate, 9 Nationalparke, 1 Wildnisgebiet)

Wir führen dieses Projekt gemeinsam mit dem VDN e. V. durch.

LIFE PAME-Europe – Managementeffektivität für Schutzgebiete in Europa

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Projektkernteam und Advisory Board während des Treffens in Helsinki
© LIFE PAME-Europe
Projektkernteam und Advisory Board während des Treffens in Helsinki
© LIFE PAME-Europe

Wie lässt sich die Wirksamkeit des Managements von Schutzgebieten messen und damit belegen, dass es tatsächlich zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beiträgt? Und wie können die in diesen Gebieten erhobenen Daten in konkrete, umsetzbare Erkenntnisse überführt werden? Das EU-Projekt LIFE PAME-Europe geht diesen Fragen nach und entwickelt ein Framework, das mit bestehenden nationalen und internationalen Systemen kompatibel sein soll.

Worum geht es in dem Projekt eigentlich?

Das im September 2024 gestartete Projekt LIFE PAME Europe baut auf bestehenden Bewertungssystemen und -tools auf. In einem ersten Schritt wollen wir daher etablierte Bewertungsmethoden und -tools wie das Management Effectiveness Tracking Tool (METT) der IUCN, das Rapid Assessment and Prioritization of Protected Area Management (RAPPAM) des WWF sowie nationale Ansätze hinsichtlich ihrer Stärken und Schwächen analysieren.

Darauf aufbauend wollen wir ein neues, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der EU-Mitgliedstaaten abgestimmtes und damit flexibles, anpassungsfähiges Framework entwickeln. Das Framework soll den EU-Mitgliedstaaten ermöglichen, konsistente und vergleichbare Daten zur Managementeffektivität ihrer Schutzgebiete zu melden. Dadurch entsteht ein zusammenhängender Datensatz, der einen umfassenden Überblick über das europäische Biodiversitätsmanagement bietet.

Es ist angedacht, das Framework in rund 40 Pilotgebieten in ganz Europa zu testen. Wir erhoffen uns von den potenziellen Nutzern des neuen Frameworks wertvolle Feedbacks, so dass wir das Framework entsprechend anpassen können. Zusätzlich wollen wir ein Online-Schulungskurs (Webinar) entwickeln und an der European Natura Academy (ENA) der EUROPARC Federation durchführen.

Ein weiteres Element des Projekts ist die Gründung einer Management Effectiveness Community (MEC).

Wer sind unsere Partner?

Das Management und die Koordination des Projekts liegen bei der EUROPARC Federation. Die fachliche Expertise kommt aus Finnland, Tschechien, Spanien und Deutschland. Neben der Geschäftsstelle von Nationale Naturlandschaften e.V. sind als Projektpartner eingebunden

  • Metsähallitus Parks and Wildlife Finland: öffentliche Verwaltung, die fast alle Schutzgebiete und Dutzende von Kulturerbestätten in Finnland verwaltet
  • DHP Conservation Ltd. (DHP): Beratungsunternehmen aus Tschechien mit Fachwissen über den Schutz und die Erhaltung natürlicher Ressourcen, insbesondere zur EU-Naturschutzgesetzgebung und Umsetzung von Natura 2000
  • Generalitat de Catalunya (GDC): Das Ministerium für Klimaschutz, Ernährung und ländliche Agenda der Generalitat de Catalunya ist die für die Umweltpolitik zuständige Abteilung der katalanischen Regierung. Das Ministerium arbeitet derzeit an einer neuen adaptiven Managementstrategie für das Natura-2000-Netz – in Katalonien sind 30 % der Fläche als FFH- oder Vogelschutzgebiete Teil des Natura-2000-Netzes.

Wer fördert das Projekt?

Das Projekt wird von der Europäischen Union im Rahmen des LIFE-Programms, des einzigen Förderprogramms der EU, das ausschließlich auf Umweltschutzbelange abzielt, gefördert. Im Fokus steht die Förderung von Maßnahmen in den Bereichen Biodiversität, Umweltschutz, Klimaschutz und Energiewende. Im Bereich Biodiversität unterstützt das Programm insbesondere die Errichtung und das Management des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und die Umsetzung der EU-Biodiversitätsstrategie.

Ohne den direkten Austausch geht es nicht

Neben regelmäßigen Online-Meetings des Projektkernteams gab es zwei Präsenztreffen mit dem Advisory Board, unserem externen Beratungsgremium:

  • 18./19. März 2025 im Seminarzentrum Gut Siggen der Alfred Toepfer Stiftung in Schleswig-Holstein
  • 1./2. Juli 2025 in Helsinki

Natürlich ging es zunächst einmal darum zu erfahren, welche Ergebnisse die beiden wichtigsten Kooperationspartner, DG-ENV (Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission) und EEA (Europäische Umweltagentur), vom Projekt erwarten und worin der fachliche Background der Mitglieder des Advisory Boards besteht. Den weitaus größeren Raum nahmen jedoch die einzelnen Arbeitspakete ein, wo jeweils der aktuelle Stand präsentiert und diskutiert wurde.

Wie schaut es aus mit der Erfassung der Managementeffektivität?

Wie wird die Managementeffektivität der Schutzgebiete in den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten erfasst? Welche Bewertungssysteme und -tools werden verwendet und für welche Schutzgebietskategorien? Worin bestehen die größten Herausforderungen und Bedarfe? Welche Wünsche und Erwartungen haben die EU-Mitgliedstaaten an das neue Framework? Um ein möglichst breites Bild über die Situation in den europäischen Staaten zu erhalten, haben wir mit LamaPoll eine Online-Umfrage erstellt, die über die NADEG (Expertengruppe zu den Vogelschutz- und Habitat-Richtlinien der Europäischen Kommission) an die EU-Mitgliedsstaaten herangetragen wurde. Von 15 und damit von gut der Hälfte der EU-Mitgliedsstaaten wurden alle 23 Fragen beantwortet, fünf Staaten brachen die Beantwortung ab. Das ist eine gute Rücklaufquote, die zeigt, dass die Fragestellungen des Projekts für die europäischen Staaten relevant sind.

Auswahl von Pilotgebieten für den Test des Frameworks

Ob das neue Framework nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis funktioniert, wollen wir in einer für 2026 geplanten Testphase in 45 Pilotgebieten herausfinden. Von Oktober bis Dezember 2025 konnten sich nationale Behörden und Verwaltungen, die für einzelne Schutzgebiete zuständig sind, als Pilotgebiet bewerben. Der Aufruf wurde über verschiedene Kanäle gestreut – mit Erfolg. 90 Bewerbungen gingen ein. Die Qual der Wahl lag nun bei uns, denn die Auswahl der Pilotgebiete sollte ein breites Spektrum an EU-Mitgliedsstaaten, biogeografischen Regionen, ein ausgewogenes Verhältnis von Natura-2000-Gebieten und anderen Schutzgebieten, unterschiedliche Zuständigkeiten oder Überlappungsmodelle bei mehreren Gebietsausweisungen (Deckungsgleichheit oder Teilüberlappung von z. B. FFH-Gebiet und Nationalpark) abbilden. Bereits in der Projektausschreibung als potenzielle Pilotgebiete ausdrücklich genannt waren Gebiete aus der Makaronesien-, Karpaten- und Schwarzmeerregion. Darüber hinaus sollten auch Nicht-EU-Länder berücksichtigt werden, die der Berner Konvention beigetreten sind. Willkommen waren auch Bewerbungen von Schutzgebieten aus den EU-Beitrittsländern. Im Januar 2026 werden wir entscheiden, welche 45 Pilotgebiete das neue Framework testen werden. Wir freuen uns auf den Austausch und sind sehr gespannt, welche Erfahrungen und Hinweise aus den Gebieten an uns zurückgespiegelt werden.

Wie geht es 2026 weiter?

Herausfordernd und intensiv geht es auch 2026 weiter. Wir starten gleich im Januar mit einem Advisory Board Meeting in Kopenhagen. Schließlich muss bis zum Trainingsseminar mit den Vertreter*innen der Pilotgebiete im März 2026 in Prag das neue Framework stehen. Anschließend werden wir den Pilotgebieten in mehreren Online-Schulungen das nötige Hintergrundwissen vermitteln. Insbesondere während der Testphase wollen wir für die Pilotgebiete zur Verfügung stehen, um deren Erfahrungen vollumfänglich in die Überarbeitung und Finalisierung des Frameworks einfließen zu lassen. Des Weiteren planen wir, die Online-Umfrage von der nationalen auf die lokale Ebene herunterzubrechen und die Management Effectiveness Community (MEC) zu befragen.

Überprüfung und Entwicklung methodischer Ansätze zur Identifikation und Quantifizierung der Auswirkungen des Tourismus auf die biologische Vielfalt

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Hinweisschild im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft © Stephanie Schubert | Nationale Naturlandschaften e. V.
© Stephanie Schubert | Nationale Naturlandschaften e. V.
Hinweisschild im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft © Stephanie Schubert | Nationale Naturlandschaften e. V.
© Stephanie Schubert | Nationale Naturlandschaften e. V.

Im Rahmen eines mehrjährigen Projekts im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) entwickeln Nationale Naturlandschaften e.  V. und das Forschungsinstitut ReCET derzeit methodische Ansätze zur Identifikation und Quantifizierung der Auswirkungen von Tourismus und Freizeitaktivitäten auf die biologische Vielfalt. Hintergrund ist die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS 2030), deren Ziele mit überprüfbaren Indikatoren hinterlegt werden sollen. Ziel des Projekts ist es, ein wissenschaftlich fundiertes und praxistaugliches Indikatorenset zu erarbeiten, das die Wechselwirkungen zwischen Tourismus und biologischer Vielfalt aufzeigt, bundesweite Trends abbildet und zur regelmäßigen Überprüfung eines zentralen biodiversitätsbezogenen Ziels der NBS 2030 beiträgt.

Methodische Konkretisierung und erste Pilotanwendungen

Im Jahr 2025 wurde die Entwicklung eines nationalen Indikators zur Erfassung des „Biodiversitätsgefährdungspotenzials durch Freizeit- und Tourismusnutzung“ entscheidend vorangebracht. Aufbauend auf den Vorarbeiten des Vorjahres konnte ein belastbarer methodischer Ansatz definiert und konkretisiert werden.

Dem methodischen Ansatz liegen zwei zentrale Annahmen zugrunde: Zum einen wird davon ausgegangen, dass Freizeit- und Tourismusnutzung grundsätzlich einen negativen Einfluss auf den Zustand der Biodiversität haben kann. Zum anderen wird angenommen, dass etablierte und erprobte Managementmaßnahmen geeignet sind, diese negativen Einflüsse wirksam zu reduzieren.

Im Zentrum steht ein indikatorgestütztes Modell, das zwei zentrale Dimensionen miteinander verknüpft: den potenziellen Besucher*innendruck in Schutzgebieten sowie die Wirksamkeit eingesetzter Managementpraktiken. Ziel ist es, auf dieser Basis das Potenzial der Gefährdung von Biodiversität durch Freizeit- und Tourismusnutzung quantifizierbar zu machen und vergleichbar abzubilden.

Für die Analyse des Besucher*innendrucks wurde ein flächendeckender GIS-basierter Ansatz entwickelt. Dieser kombiniert verschiedene Einflussfaktoren wie Tourismusintensität, Erreichbarkeit (z. B. Verkehrsinfrastruktur) sowie Bevölkerungsdichte im Umfeld der Schutzgebiete und führt diese in einer standardisierten Bewertung zusammen.

Parallel dazu wurde ein systematisches Verfahren zur Erfassung und Bewertung von Managementpraktiken erarbeitet. In ausgewählten Schutzgebieten werden bestehende Maßnahmen strukturiert erhoben und hinsichtlich ihrer Relevanz, Funktionalität und ihres Umsetzungsgrades bewertet. Dadurch lässt sich erstmals die Wirksamkeit des Besuchermanagements vergleichend analysieren.

Ein zentraler Schritt in der praktischen Umsetzung erfolgte im Herbst 2025 mit der Durchführung erster Interviews in den Pilotregionen. Diese dienten dazu, die entwickelte Methodik anzuwenden, zu validieren und erste Erfahrungen für die weitere Ausgestaltung des Indikators zu sammeln.

Wie geht es 2026 weiter?

Im Jahr 2026 wird der Schwerpunkt auf der weiteren Operationalisierung und Anwendung des entwickelten Indikatoransatzes liegen. Aufbauend auf der konzeptionellen Entwicklung werden wird die Verknüpfung von Besucher*innendruck und Managementwirksamkeit als integrierter Kennwert weiter schärfen und in der Praxis erproben.

Ziel ist es, das Biodiversitätsgefährdungspotenzial als belastbaren und anschlussfähigen Indikator weiterzuentwickeln und schrittweise auf eine größere Zahl besuchsrelevanter Schutzgebiete anzuwenden.

Darüber hinaus wollen wir die Vergleichbarkeit zwischen Schutzgebieten weiter verbessern, um Entwicklungen systematisch sichtbar zu machen und Managementmaßnahmen gezielt bewerten und priorisieren zu können. Damit soll die Grundlage geschaffen werden, den Einfluss von Freizeit- und Tourismusnutzung auf die Biodiversität künftig standardisiert zu erfassen und in die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt zu integrieren.

Finanziert durch das BfN mit Mitteln des BMUKN.

Beteiligte Mitglieder: Mitglieder der AG Forschung & Monitoring

Kooperation mit: ReCET

KI-Nationalpark: KI-gestütztes Klima-, Biodiversitäts- und Besucher-Monitoringsystem für Natürlichen Klimaschutz in deutschen Nationalparken

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Einer der Aufnahmestandorte im NLP Niedersächsisches Wattenmeer mit zwei Audiogeräten und einer Kamera
© Florian Packmor
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Zu Beginn des Projektes fanden mehrere Schulungen zur Ausbringung und Wartung der Geräte im Gelände statt
© biometrio.earth GmbH
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Installation einer Kamerafalle an ihrem Standort im Müritz-Nationalpark
© Lane Haarstrick & Nicolas Kallenbach
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Installation von zwei Audiogeräten (AudioMoths) in den beiden am KI-Projekt teilnehmenden Wildnisgebieten der Wildnisstiftung, Jüterbog und Lieberose
© Die Wildnisstiftung
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Wer guckt denn da? Erste Bilder von einer Kamerafalle aus dem Nationalpark Harz, hier zu sehen weibliches Rotwild.
© Nationalparkverwaltung Harz
Einer der Aufnahmestandorte im NLP Niedersächsisches Wattenmeer mit zwei Audiogeräten und einer Kamera
© Florian Packmor

Im Projekt KI-Nationalpark entwickeln wir gemeinsam mit der Universität Freiburg und biometrio.earth GmbH ein nicht-invasives KI-gestütztes Monitoringsystem aus Kamerafallen, Audiorecordern und Klimaloggern. So wollen wir Biodiversität, Klimaeinflüsse und menschliche Nutzung in den beteiligten Nationalparken und Wildnisgebieten sichtbar machen. Entstehen sollen neue Grundlagen für ein wirksames Schutzgebietsmanagement und den Erhalt der Wälder als wichtige CO2-Senken.

Projektstart

Ein Fledermausruf im Nationalpark Hainich, eine Wildkamera, die lautlos im Wildnisgebiet Lieberose auslöst – in 15 Nationalen Naturlandschaften stellen wir uns seit Juli 2025 grundlegende Fragen: Welche Arten leben hier, und wo genau halten sie sich auf? Wann sind sie aktiv, und verändert sich ihre Aktivität mit dem Klimawandel? Wo bewegen sich die Menschen in den Gebieten, und beeinflusst ihr Bewegungsverhalten das der Wildtiere? Angesichts wachsenden Drucks durch Tourismus und Klimawandel sind das grundlegende Fragen, um unsere Nationalen Naturlandschaften wirksamer zu schützen und zu managen.

Technik beschafft, Mitarbeitende geschult, Geräte ausgebracht

Den Grundstein legten wir im Sommer 2025 mit der Beschaffung von Messtechnik im Wert von rund 300.000 Euro – darunter Wildtierkameras, Audiorecorder, Klimalogger sowie das gesamte Zubehör für den Feldeinsatz. Sobald die Technik in den beteiligten Gebieten angekommen war, führten wir fünf zentrale Schulungen mit den Mitarbeitenden vor Ort durch: Dr. Ursula Verfuss von biometrio.earth führte in die Konfiguration der Audiorecorder ein – von der Fledermaus-Ultraschall-Erfassung bis hin zur Vogelstimmen-Aufnahme. Eine Mitarbeiterin der Universität Freiburg zeigte den Umgang mit den Wildtierkameras und vermittelte praxisnahe Guidelines für deren Ausbringung im Gelände. Im September brachten die Mitarbeitenden die Geräte an zufällig ausgewählten Standorten eines 1×1-km-Rasters in ihren Gebieten aus. Seit Oktober 2025 läuft die Datenerfassung in allen beteiligten Gebieten.

Rechtlich abgesichert und öffentlich sichtbar

Da wir mit Audioaufnahmen und Kamerabildern auch personenbezogene Daten erheben, haben wir das Projekt gemeinsam mit einer Datenschutzkanzlei rechtssicher aufgestellt. Ebenfalls angelaufen ist unsere Öffentlichkeitsarbeit: Eine gemeinsame Pressemitteilung und Social-Media-Beiträge sorgten früh für Aufmerksamkeit. Mehrere Medien wurden auf das Projekt aufmerksam – Interviews, darunter eines mit der Deutschen Welle, erscheinen 2026.

Erste Daten fließen, KI-Systeme werden trainiert

Im November 2025 erhielten wir aus den meisten Gebieten erstmals Audiodaten – die Audiorecorder müssen einmal im Monat kontrolliert und die Speicherkarten ausgetauscht werden. Das Team von biometrio.earth konzentrierte sich darauf, die eingehenden Daten zu strukturieren und die KI-Anwendungen zu trainieren. Die Universität Freiburg arbeitete parallel an einem Trainings- und Validierungsdatensatz für das Training der KI sowie an der Strukturierung der bei der Geräteausbringung aufgenommenen Distanzbilder – sie sind die Grundlage für die spätere Wildtierdichteberechnung. Die ersten Kameradaten erwarten wir Anfang 2026, da die Speicherkarten der Kamerafallen – im Gegensatz zu den Audiorecordern – nur alle drei Monate eingesammelt werden.

Wie geht es 2026 weiter?

Es wird ein ereignisreiches Jahr für das KI-Nationalparkprojekt. Wir werden in ausgewählten Gebieten eine Verbissinventur durchführen, um den Baumbestand und seine Zusammensetzung zu untersuchen. Zudem werden wir Smartphone-basierte Bewegungsdaten von Besuchenden analysieren: Anonymisierte GPS-Daten aus Mobiltelefonen werden zeigen, wo und wann sich Menschen in den Gebieten aufhalten und ob ihre Aktivitätsmuster die Biodiversität beeinflussen. Auf mehreren Messen werden wir das Projekt einer breiten Öffentlichkeit vorstellen, darunter auf der Grünen Woche, auf dem Deutschen Naturschutztag (DNT) in Berlin sowie auf dem FORST live Congress, für den wir eine Keynote vorbereiten werden. Wir freuen uns auf die ersten belastbaren Ergebnisse und darauf, gemeinsam mit den Gebieten zu verstehen, was die Daten uns über den Zustand unserer Nationalen Naturlandschaften erzählen.

Gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Beteiligte Mitglieder: Müritz-Nationalpark, Nationalpark Bayerischer Wald, Nationalpark Berchtesgaden, Nationalpark Eifel, Nationalpark Hainich, Nationalpark Harz, Nationalpark Hunsrück-Hochwald, Nationalpark Kellerwald-Edersee, Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer, Nationalpark Sächsische Schweiz, Nationalpark Schwarzwald, Nationalpark Unteres Odertal, Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Wildnisgebiet Jüterbog und Wildnisgebiet Lieberose

Beteiligte Institutionen: Landesbetrieb Forst Brandenburg

Kooperation mit: biometrio.earth, Universität Freiburg

BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz

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Blühstreifen sind eine beliebte Maßnahme zum Schutz von Insekten © WWF Deutschland
© WWF Deutschland
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Totholz- und Lesesteinhaufen bieten Nistmöglichkeiten und sind sichere Überwinterungsquartiere für viele Insekten © Martin Rudolph, WWF
© Martin Rudolph, WWF
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Vorstellung der ersten drei Handreichungen aus dem Projekt auf der Mitgliederversammlung von Nationale Naturlandschaften e.V. © Andrea Hoffmann / Nationale Naturlandschaften e.V.
© Andrea Hoffmann / Nationale Naturlandschaften e.V.
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Mit dem neuen Erklärfilm „Insektenschutz in Kommunen“ können die Schutzgebiete für mehr Insektenschutz auf kommunalen Flächen werben
© Nationale Naturlandschaften e.V.
Blühstreifen sind eine beliebte Maßnahme zum Schutz von Insekten © WWF Deutschland
© WWF Deutschland

In den UNESCO-Biosphärenreservaten Mittelelbe, Rhön (Bayerischer Teil), Schaalsee, Schorfheide-Chorin und Schwarzwald geht’s ran an Acker und Wiese: Dort erproben und evaluieren der WWF Deutschland, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V. und Nationale Naturlandschaften e. V. Maßnahmen zum Insektenschutz gemeinsam mit interessierten Landwirt*innen, Kommunen und weiteren Partnern der Biosphärenreservate. Das Projekt wird durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert.

Hintergrund

Das Insektensterben – verstärkt durch die intensive Bewirtschaftung von Wiesen und Feldern und den großflächigen Einsatz von Pestiziden – hat auch in Deutschland ein besorgniserregendes Ausmaß erreicht. Mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz will die Bundesregierung dem Insektenrückgang Einhalt gebieten. UNESCO-Biosphärenreservaten, als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung, wird dabei besondere Aufmerksamkeit zuteil – stehen sie doch exemplarisch als Wegbereiter für die Integration von Schutz und nachhaltiger Nutzung von Landschaften.

Im Verbundprojekt „BROMMI – Biosphärenreservate als Modelllandschaften für den Insektenschutz“ im Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützen wir fünf Biosphärenreservate auf ihrem Weg hin zu Modellregionen für den Insektenschutz. In einem gemeinschaftlichen Prozess mit unseren Verbundpartnern ZALF und WWF Deutschland sowie den Verwaltungen der Biosphärenreservate und verschiedenen Landnutzer*innen entwickeln, erproben und evaluieren wir Lösungswege für den Schutz und die Förderung der Insektenfauna. Am Ende sollen tragfähige und übertragbare Modelle zum Schutz von Insekten stehen, die ihre Umsetzung auch in weiteren Regionen finden. BROMMI leistet so einen wichtigen Beitrag zur flächendeckenden Etablierung einer insektenfreundlichen Landnutzung in Deutschland.

Die Umsetzung zahlreicher Maßnahmen geht weiter

Im sechsten Projektjahr wurden letztmalig in größerem Umfang Insektenschutzmaßnahmen gemeinsam mit Landwirt*innen und Kommunen in den fünf Biosphärenreservaten umgesetzt. Über 600 Hektar flächige, knapp sechseinhalb Kilometer lineare und gut 140 punktuelle Maßnahmen wurden erfolgreich in die Fläche gebracht: Damit haben wir etwa wieder den Maßnahmenumfang des Vorjahres erreicht. Die Zahl der Umsetzungspartner und damit der unterschiedlichen betrieblichen Kontexte ist auf 128 gestiegen. Agrarökologische Untersuchungen zur Wirkung von Nützlingen, eine ökonomische Bewertung sowie ein Monitoring begleiteten ausgewählte Maßnahmen. In den Jahres-Interviews gaben die beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe erneut wertvolles Feedback zur technischen und praktischen Umsetzbarkeit sowie Akzeptanz der Insektenschutzmaßnahmen.

Online-Veranstaltungen zum Wissensaustausch

Unser Format „Wissensaustausch“, eine Online-Fortbildungsreihe zu Fachthemen, haben wir fortgeführt. Im September 2025 fand für den „Arbeitskreis Landwirtschaft“ der Biosphärenreservate und das BROMMI-Team ein Hybrid-Austausch zum Thema „Transformationsprozesse und -herausforderungen in der Land- und Ernährungswirtschaft“ statt. Als Experte referierte Prof. Ralf Bloch von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Übertragung auf andere Schutzgebiete: Wissensplattform Insektenschutz

Angelehnt an bereits bestehende Informationssammlungen auf der Webseite der Nationalen Naturlandschaften, wollen wir Projekterkenntnisse und -erfahrungen aus BROMMI in einer Wissensdatenbank „Insektenschutz“ aufbereiten. Sie soll als digitale Wissenssammlung v. a. Biosphärenreservate und Naturparke mit Praxiswissen, Ideen, Inspirationen sowie Materialien in ihrer Arbeit für den Insektenschutz unterstützen.

Neben Maßnahmenbeschreibungen, Argumentationshilfen sowie Erfahrungen aus der Umsetzung und aus der Zusammenarbeit mit Kommunen und Landwirt*innen wollen wir auch Arbeitshilfen wie Flyer, Handreichungen, Erklärfilme und Schautafeln bereitstellen. Grundlage für die inhaltliche Ausgestaltung der Wissensplattform war eine 2024 unter den Naturparken und Biosphärenreservaten durchgeführte Online-Umfrage zu deren Bedarfen und Anforderungen an die Plattform.

Ein weiterer Erklärfilm „Insektenschutz in Kommunen“ wurde im BR Schorfheide-Chorin produziert. Dieser Film ging zusammen mit dem 2024 entstandenen Erklärfilm „Pflege mehrjähriger Blühflächen“ an die Mitglieder und wurde bereits vielfach verlinkt. Erste Handreichungen mit Schaubildern zu den Themen „Wildbienen-Nisthilfen“, „Erdanrisse/ Sandarien“ und „Totholz-/Lesesteinhaufen“ sowie eine Schautafel „Mehrjährige Blühflächen“ sind entstanden. Sie stießen auf sehr positive Resonanz bei den Biosphärenreservaten und weiteren Mitgliedern. Weitere Produkte sind in der Erarbeitung und Abstimmung.

Wie geht es 2026 weiter?

Das Projekt wurde bis Juni 2026 verlängert. Im Fokus des Projektabschlusses stehen für den Verband die Finalisierung der Wissensplattform und weiterer Materialien. Eine Informationsveranstaltung für die Nationalen Naturlandschaften soll den Start der Plattform öffentlichkeitswirksam einläuten. Es ist angedacht, Printausgaben der Handreichungen den Biosphärenreservaten sowie weiteren Interessierten zur Unterstützung ihrer Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung zu stellen.

Projektlaufzeit: Januar 2020 bis Juni 2026

Gefördert im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN). Die fünf beteiligten Bundesländer kofinanzieren das Projekt.

Beteiligte Mitglieder: Biosphärenreservat Schaalsee, Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, Biosphärenreservat Mittelelbe, Biosphärenreservat Rhön (Bayerischer Teil), Biosphärengebiet Schwarzwald

Kooperation mit: WWF Deutschland, Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung e. V. (ZALF e. V.)