„Großschutzgebiete sind Referenzräume für die Erforschung von Ökosystemen und die langfristige Umweltbeobachtung. Als Flaggschiffe des Naturschutzes sollten sie besonderen Wert auf angemessene Standards in den Bereichen Forschung und Monitoring legen. Die Qualitätskriterien von EUROPARC bieten wichtige Orientierungswerte dazu.“
Achim Frede, Nationalpark Kellerwald-Edersee

Die ursprünglich aus den Waldnationalparks begründete Arbeitsgruppe vereinigt inzwischen mehr als 50 Mitarbeiter*innen verschiedener Großschutzgebietskategorien unterschiedlicher Landschaftsräume. Mit der AG besteht eine interdisziplinär orientierte Plattform für Information, Austausch und Kooperation von Schutzgebieten und wissenschaftlichen Partnern. Der Praxisbezug steht hierbei im Vordergrund.

Schwerpunktthemen der AG-Tätigkeit sind:

  • Schnittstellen zu Wissenschaft, Forschungsverbünden, Fördermittelgebern und externen Verbänden
  • Standardisierung und Harmonisierung von Monitoringmethoden und Meta-Datenbanken
  • Prozessforschung und Management
  • Biodiversität und Klimawandel
  • Ökosystem-Dienstleistungen (ESS)
  • Barcoding (Inventarisierung und genetische Charakterisierung, GBOL)
  • Fernerkundung
  • Sozioökonomie

Zu ihrer 15. Jahrestagung gastierten die Mitglieder vom 13.–15. November 2017 im Nationalparkzentrum Sächsische Schweiz. Frau Dr. Sabine Stab und ihre Mitarbeiter*innen hatten dankenswerterweise die Organisation vor Ort übernommen. Nationalparkleiter Dr. Butter, Hanspeter Mayr und Jürgen Phoenix sowie die ED-Geschäftsführerin Dr. Elke Baranek brachten Grußworte und Unterstützung mit ein. Die AG-Sprecher zeigten sich erfreut über das große Interesse in diesem Jahr: Ein Teilnehmerkreis von 25 Personen aus elf Nationalparks, fünf Biosphärenreservaten sowie der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg und den sächsischen Wildnisgebieten um die Königsbrücker Heide waren vertreten.
Neben dem Austausch über aktuelle Forschungsstände in den Großschutzgebieten und örtlichen Aktivitäten standen Monitoringkonzepte und Kooperationen im Mittelpunkt der Beratungen. Geobotanische Studien, Laserscanning, Wildnisgebiete, Statistische Grundlagen, Integratives Monitoring sowie Strategische Fragen des Sozioökonomischen Monitorings, des Wildtiermonitorings und der Zusammenarbeit mit EUROPARC komplettierten die Tagesordnung. In einer Exkursion unter Leitung von Holm Riebe konnten die Naturschätze des Elbsandsteingebirges sowie Managementfragen und Forschungsansätze im Nationalpark
in Augenschein genommen werden. Für den Austausch in und zwischen den AGs (Protokolle, Infos, Materialien …) stellt die EUROPARC-Geschäftsstelle in Kürze eine gemeinsame Internetplattform zur Verfügung. Mark Frenzel beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Halle wird für die bisherige Unterstützung durch die dortige Plattform gedankt.
Mit den AGs Wildtiermanagement und Sozioökonomisches Monitoring wurde eine  bedarfsweise Abstimmung und saubere Aufgabenverteilung vereinbart. Im Fokus stehen neben  gemeinsamen Projekten verschiedener Schutzgebietsverwaltungen einzelne Vorhaben, an denen sich andere Gebiete bei Bedarf beteiligen oder Methoden für eigene Vorhaben übernehmen können.
Die AG war bisher durch Matthias Schwabe im Vorstand des deutschen Langzeitforschungsverbundes LTER-D vertreten. Zur Minimierung des Aufwands wurde beschlossen, dass Frau Dr. Neele Larondelle im Auftrag der EUROPARC-Geschäftsstelle die Schutzgebiete dort vertritt. An der LTER-Jahrestagung im April 2017 im Senckenberg Institut Gelnhausen nahmen einige AG-Mitglieder für ihre Großschutzgebiete teil. Das Programm enthielt Spezialthemen zu Ökosystem- und Biodiversitätsforschung, internationale Vernetzungsprojekte, Langzeitforschung und eine Exkursion ins Rhein-Main-Observatorium. Auch 2017 war die AG Ansprechpartner für verschiedene Fach- und Kontaktanfragen seitens der EUROPARC-Geschäftsstelle und anderer In-stitutionen. So nahm Achim Frede als AG-Sprecher am EUROPARC-Strategieworkshop des erweiterten Vorstandes im Juni 2017 in Templin teil und brachte sich bei der Schärfung des Dachverband-Profils ein. Als synergistisch
erweist sich oft die Kooperation von Großschutzgebieten mit großen Forschungsverbünden, wie das Beispiel Helmholtz-Zentren zeigt. Auch in der Unterarbeitsgruppe für das Monitoring der Buchenwald-Weltnaturerbestätten ist die AG eingebunden, hier wurde eine
Matrix für die Monitoringparameter entworfen.
Das nächste Jahrestreffen der AG findet im Herbst 2018 im Nationalpark Hainich statt.
Nach wie vor bleibt die Situation der sehr unterschiedlichen Personal- und Mittelausstattungen der Gebiete und der damit verbundenen ungleichmäßigen Kapazitäten für Mitwirkung und Projektkooperationen problematisch. Die Mitglieder machen deshalb immer wieder darauf aufmerksam, dass Forschung und Monitoring das Fundament für den umfassenden Schutz, ein erfolgreiches Management und die weitere Entwicklung der Großschutzgebiete bilden und damit essenziell für die Erfüllung der Anforderungen und Evaluierungsstandards in den Schutzgebieten sind.